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Makabre E-Mails: Betreiber von Füchtlingsheim wollte Guillotine für Kinder anschaffen

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KIND TEDDY
Archvibild: Die Flüchtlingskinder Marios (l, 9) und Mathieu (5) aus dem Irak spielen am 24.01.2015 in einer Sporthalle in Berlin mit einem Ball. Der Berliner Sport-Club (BSC) und die private Wohnheim-Betriebsgesellschaft PeWoBe haben alle Flüchtlingskinder aus einer Notunterkunft in Wilmersdorf zu einem mehrstündigen Sportprogramm in eine Turnhalle eingeladen. | dpa
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  • Eine Nachrichtenseite hat Auszüge aus E-Mails zwischen Mitarbeitern einer Berliner Flüchtlingsunterkunft veröffentlicht
  • Sie scherzen unter anderem über die Anschaffung einer Guillotine
  • Es ist nicht das erste Mal, dass das Heim Negativschlagzeilen macht

Aktuelle Recherchen der "B. Z." lassen Zweifel über die Eignung der Mitarbeiter einer Berliner Flüchtlingsunterkunft aufkommen.

Die Berliner Seite veröffentlichte Auszüge aus internen E-Mails des privaten Asylheimbetreibers namens Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft (PeWoBe), in denen sich wohl mehrere Mitarbeiter - darunter die Geschäftsführerin - über die mögliche Verwendung einer Spende des Autokonzerns BMW in Höhe von 5000 Euro austauschen.

Laut den Mails, die der Seite vorliegen, wurde der Vorschlag eines Sandkastens für die Kinder der Flüchtlingsunterkunft schnell verworfen. "Ein Sandkasten ist bei unseren Bewohnergruppen ganz schnell ein großer Aschenbecher oder ein heimisches Klo. (…) Wie wäre es statt dessen mit einer kleinen Kinderguillotine?" heißt es laut "B.xZ." indessen in einer Mail der Geschäftsführerin.

"Wir brauchen wohl ein großvolumiges Krematorium"

Laut "B. Z." folgten auf diesen Vorschlag der Heim-Chefin Fotos echter Guillotinen, geköpfter Menschen und einer Kinderrutsche, auf deren Ende eine Reibe mit Widerhaken und Messerschlitz montiert ist.

Ein Mitarbeiter beklagt sich laut der Nachrichtenseite daraufhin, über den "Dreck", der durch Enthauptungen entstehen würde. Man müsse ihn in einem großen Krematorium entsorgen.

Es folgen weitere Bemerkungen, die so menschenverachtend sind, dass sie an dieser Stelle nicht wiederholt werden.

"Aus dem Kontext gerissen"

In einem Statement gegenüber der Zeitung rechtfertigte der Anwalt des Heim-Betreibers die Aussagen. Diese seien "aus dem Kontext gerissen" und "zeichneten ein völlig falsches Bild der Mitarbeiter", schreibt dieser. Die Aussagen seien nicht "einmal ansatzweise ernst gemeint gewesen".

Hintergrund der Guillotinen-Diskussion sei ein "durch das Rechtschreibkorrekturprogramm T9 verursachter Korrekturfehler", heißt es weiter.

Der Berliner Sozialsenator Mario Czaja zeigte sich "entsetzt" von den veröffentlichten E-Mails. Man prüfe, ob die PeWoBe "generell noch als Betreiber von Flüchtlingsunterkünften in Berlin geeignet" sei. Außerdem seien die Aussagen an den Verfassungsschutz übergeben worden, sagte Czaja auf Anfrage der Seite.

Skandalöse Flüchtlingsunterkunft

Es ist nicht das erste Mal, dass das private Asylheim in die Schlagzeilen gerät.

Erst im Frühjahr hatte die "B. Z." die rechtspopulistische Verbindungen der Heimbetreiberin aufgedeckt - diese hatte 2008 und 2009 erfolglos bei der Kommunal- und Landtagswahl in Brandburg für die rechte DVU kandidiert, die wenig später mit der NPD fusionierte.

Ende letzten Jahres forderte die Stadt zudem wegen überhöhter Rechnungen von der PeWoBe mehr als 162.000 Euro zurück. Das Unternehmen soll damals Geld für Personal abgerechnet haben - das aber tatsächlich gar nicht gearbeitet hat. Die Vorwürfe seien aus der Luft gegriffen, hieß es damals aus der Chefetage.

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