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Flüchtlinge auf die Insel: Da hat Frauke Petry ja mal eine originelle Idee gehabt

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Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry will abgelehnte Asylbewerber und illegale Migranten auf Inseln abschieben lassen. Das hat sie in der "Bild"-Zeitung ausgeführt.

Weitere Details dieser doch wirklich originellen Idee hat Petry leider nicht mitgeliefert. Möglich, dass sie gerade keine Zeit hatte, darüber nachzudenken. Wo sie doch so beschäftigt ist, ihre Partei von rechtem Gedankengut fernzuhalten.

Mal in Australien durchklingeln

Aber Petry könnte ja mal in Australien anrufen. Da hat man mit einem ähnlichen Konzept schon Erfahrungen gesammelt.

Australien unterhält auf der Pazifikinsel Nauru und auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea Lager für Asylsuchende, die versuchen, per Boot nach Australien zu gelangen und auf offenem Meer abgefangen werden.

Funktioniert so blendend, dass Menschenrechtler kürzlich die Misshandlung von Flüchtlingen in diesen Lagern kritisiert haben. Aber Petry wird für solche Nebensächlichkeiten schon Lösungen finden.

Die Suche nach den Inseln

Wenn die lästigen Grundsatzfragen geklärt sind, könnte Petry konkret mit der Suche nach zwei Inseln beginnen. Um an solche Raritäten zu kommen, gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten.

Deutschland könnte sie erobern. Wie Geschichtsbüchern zu entnehmen ist, gibt es Knowhow für sowas im deutschen Raum.

Deutschland könnte die Inseln auch kaufen. Vielleicht mit Geld, das man den Flüchtlingen vorher abgeknöpft hat. So abwegig ist das nicht. US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat schließlich auch vorgeschlagen, einen Grenzzaun zu Mexiko von den Mexikanern finanzieren zu lassen.

Die Details

Und wenn das dann geschafft ist, müsste man sich nur noch ein paar Details überlegen.

Wie das Lebensnotwendige auf die Insel kommt. Ob man das hinschickt, was aber vielleicht teuer wird, weil die Inseln ja schön weit weg liegen müssten, damit keiner abhaut. Aber wer zahlt das dann? Oder ob die Leute das Essen selbst anbauen sollen. Dann bräuchte man halt größere Inseln.

Und wie die Menschen sich da ein Leben aufbauen sollen, damit sie irgendwann wieder alleine für sich sorgen können.

Und was macht man, wenn aus den Babys auf der Fraueninsel junge Männer werden, die dann ja eigentlich auf die Männerinsel müssten?

Und was, wenn die Inseln voll werden, weil die Leute es da so schön finden, dass sie gar nicht mehr nach Hause wollen?

Das sind viele Fragen. Sehr viele. Zu viele.

Frauke Petry hat schon Recht. Lieber nicht über Details nachdenken. Sonst würde man ja reif für die Insel. Das kann ja nun echt keiner wollen.

Mit Material von dpa

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(lk)