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Skandalöses Verhalten: Olympionike prangert eines der größten Probleme unserer Gesellschaft an

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MARKUS DEIBLER
Ex-Schwimmer Markus Deibler holt zum Rudumschlag aus | Quinn Rooney via Getty Images
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  • Das schwache Abschneiden der deutschen Schwimmer bei Olympia zieht weiter große Wellen
  • Nun hat sich mit Markus Deibler ein Ex-Schwimmer in die Debatte eingeschaltet
  • In einem Facebook-Post übt er scharfe Kritik am Sportsystem und an der Gesellschaft

Die Bilanz der deutschen Schwimmer fällt bei den diesjährigen Olympischen Spielen äußerst bescheiden aus: Bislang gab es in Rio de Janeiro keine einzige Medaille.

In die mediale Debatte um das erneut schwache Abschneiden der Wassersportler hat sich nun Ex-Schwimmer Markus Deibler eingeschaltet. In einem Facebook-Post rechnete der Kurzbahnweltmeister von 2014 mit dem deutschen Sportsystem und mit der Gesellschaft ab:

Mit deutlichen Worten macht der 26-Jährige die seiner Meinung nach unzureichende Sportförderung für die Medallien-Flaute verantwortlich. In seiner Kritik ließ sich Deibler zu einem interessanten Vergleich hinziehen.

150.000 Euro für den Dschungelkönig

"In einem Land, in dem ein Olympiasieger 20.000 Euro Prämie bekommt und ein Dschungelkönig 150.000 Euro, sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern".

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Deutschland habe eine schlechte Förderung und sehr gute Dopingkontrollen. "Damit können wir nicht mit Ländern konkurrieren, die sehr viel fördern und beim Thema Doping nicht so genau hinsehen oder es sogar betreiben", schreibt der Ex-Schwimmer.

Härterer Kampf gegen Dopingsünder

Gleichzeitig will Deibler seinen Post nicht als Plädoyer für ein laxeres Dopingsystem verstanden wissen: "Ich sage nicht, dass hier die Kontrollen eingestellt werden sollen."

Der Ex-Weltmeister forderte, Nationen von den Spielen auszuschließen, die vor sportlichen Großereignissen unabhängige Dopingkontrolle verweigern.

Deibler beendete im Dezember 2014, nur neun Tage nach einem WM-Titel, im Alter von nur 24 Jahren seine Karriere. Heute betreibt er in Hamburg eine Eisdiele. Sein Bruder Steffen verpasste am Donnerstag über 100 m Schmetterling den Einzug ins Finale.

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(vr)