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Identität des Würzburg-Attentäter wurde wegen technischer Panne nicht entdeckt

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WUERZBURG
Der Würzburg-Attentäter verletzte mehrere Menschen teilweise lebensgefährlich | KARL-JOSEF HILDENBRAND via Getty Images
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  • Die Registrierung des Würzburg-Attentäters wurde von einer technischen Panne verhindert
  • Auch die Grenzschützer glichen seine Fingerabdrücke nicht ab
  • Der Attentäter hätte demnach nicht nach Deutschland einreisen dürfen

Die Fingerabdrücke des Würzburger Attentäters sind wegen einer technischen Störung nicht europaweit abgeglichen worden. Wie aus Behördenkreisen verlautete, blieb dadurch unentdeckt, dass er bereits in Ungarn einen Asylantrag gestellt hatte.

Die Computerpanne sei im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) passiert, als dieses den Flüchtling am 14. März 2016 registrierte. Die Erfassung beim BAMF fand damit erst knapp neun Monate nach seiner Einreise statt.

Dabei werden die Fingerabdrücke eines Asylbewerbers normalerweise mit der europäischen Datenbank Eurodac abgeglichen. Dieser Abgleich habe an jenem Tag aber nicht funktioniert, hieß es.

Keine Treffer in der Flüchtlingsdatenbank

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte aber, dass die Bundespolizei den damals 16-Jährigen bei seiner Einreise aufgegriffen und seine Fingerabdrücke mit deutschen Fahndungsdatenbanken abgeglichen habe. Da der Attentäter damals aber noch nicht polizeibekannt gewesen sei, habe es keine Treffer gegeben.

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Allerdings zeigten Recherchen der "Bild"-Zeitung, dass die Beamten es versäumten, die Fingerabdrücke mit Eurodac abzugleichen. Laut dem Dublin-Abkommen können Asylbewerber, die einem EU-Land einen Asylantrag gestellt haben, in dieses Land zurückgeschickt werden.

Kritik aus der CSU

Der Attentäter hatte Mitte Juli in einem Regionalzug in Würzburg mit einer Axt und einem Messer fünf Menschen schwer verletzt. In einem Video bekannte er sich zur Terrormiliz IS. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei erschoss den Jugendlichen kurz nach der Tat. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte wiederholt kritisiert, dass von dem Mann keine Fingerabdrücke genommen worden seien.

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(bp)