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Studie: Menschen, die Sport hassen, sind intelligenter

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LAZY
Harp Seal pup on snow (Phoca groenlandica), Arctic Canada, Atlantic Ocean. | Tom Walker via Getty Images
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Deine Sporttasche ist gepackt. Darin befinden sich deine neuen Laufschuhe, ein T-Shirt aus kühlendem Synthetik-Material und eine schicke Trinkflasche. Unschlüssig hebst du die Tasche hoch - und stellst sie wieder hin. Morgen soll es regnen. Macht doch viel mehr Sinn, morgen ins Fitnessstudie zu gehen. Außerdem hast du Hunger.

Manchmal, wenn du an deiner Sporttasche vorbeigehst, die am Ende der Woche immer noch an derselben Stelle im Flur steht, hast du ein schlechtes Gewissen. Wie kriegen die anderen das hin? Die Mädels und Jungs, die ständig durch deine Timeline geistern und die anscheinend total motiviert sind, ihr Fitnessprogramm bis ans Ende aller Tage durchzuziehen.

Vielleicht fehlt dir das entsprechende Gen. Oder du bist einfach intelligenter als diese Menschen.

Intelligente Menschen treiben weniger Sport

Eine Studie Florida Gulf Coast University kam zu dem schmeichelhaften Ergebnis, dass intelligente Menschen einfach nicht so gerne Sport machen wie weniger intelligente Menschen. Die Studie ist kürzlich im “Journal of Health Psychology” veröffentlicht worden.

Die Wissenschaftler glauben, dass Menschen, die sich gerne geistigen Anstrengungen widmen, weniger Interesse an körperlicher Betätigung haben und daher weniger Sport treiben. Stattdessen finden Menschen mit einem hohen IQ Erfüllung in langen Denkprozessen.

Untersuchungen aus den 90er Jahren haben bereits gezeigt, dass intelligente Menschen sich seltener langweilen als andere, weshalb sie mehr Zeit mit Nachdenken verbringen und seltener körperlich aktiv werden.

Weniger intelligente Menschen seien dagegen auf äußere Reize angewiesen, um ihren Geist zu stimulieren, weshalb sie häufig körperlich aktiver seien.

"Denker" sind weniger aktiv

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Das Team um Todd McElroy, der die Studie leitete, entwickelte einen Fragebogen, den die Studienteilnehmer ausfüllen mussten. Nach Auswertung der Ergebnisse wählten die Wissenschaftler 30 "Denker" und 30 "Nicht-Denker" für weitere Untersuchungen aus.

Während der nächsten sieben Tage sollten die 60 Testpersonen dann Geräte am Körper tragen, die ihre Bewegungen und Aktivitäten aufzeichneten.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Die "Denker"-Gruppe war während der sieben Tage deutlich weniger aktiv als die Gruppe der "Nicht-Denker".

Keine Bewegung ist leider auch keine Lösung

Trotz der relativ kleinen Teilnehmerzahl beschreiben die Wissenschaftler ihre Entdeckung als "hoch signifikant".

Die British Psychological Society betont dagegen, dass man die Ergebnisse nicht verallgemeinern dürfe. 60 Teilnehmer seien dafür nicht ausreichend.

Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht für alle Sportmuffel: Es mag sein, dass ihr intelligenter seid - aber sich nicht zu bewegen ist auch extrem ungesund.

McElroy betont: "Unsere Ergebnisse sind ein wichtiger Faktor, um bei nachdenklicheren Menschen ein Bewusstsein zu schaffen, das ihnen helfen könnte, ihre niedrigen Aktivitäts-Level zu steigern. Wenn ihnen bewusst wird, dass sie sich tendenziell weniger bewegen und sie sich bewusst machen, welchen Preis das hat, könnten nachdenklichere Menschen dazu motiviert werden, ihren Alltag aktiver zu gestalten."

Wer sich nicht bewegt, riskiert Demenz

Zudem sind Untersuchungen zu dem eindeutigen Ergebnis gekommen, dass regelmäßige Bewegung geistigen Beeinträchtigungen wie Demenz im Alter entgegenwirkt. Andere Studien haben gezeigt, dass Sport unter anderem die geistigen Fähigkeiten von Kindern verbessert, Depressionen lindert, Krebs vorbeugt, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senkt und die Lebenserwartung insgesamt steigert.

Es hilft also nichts. Ab und zu muss die blöde Sporttasche bewegt werden. Vielleicht morgen. Es soll ja regnen.

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