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Das Grauen von Aleppo: Diese 8 Bilder zeigen, wieso wir nicht länger wegsehen dürfen

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Das Grauen von Aleppo: Diese 8 Bilder zeigen, wieso wir nicht länger wegsehen dürfen | Rodi Said / Reuters
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Der erbitterte Kampf um die syrische Metropole Aleppo geht weiter. Zwar schaffte die islamistische Miliz Dschabhat Fatah al-Sham es vor wenigen Tagen, einen Nachschubweg in den Osten der Stadt freizukämpfen, dennoch wird das Elend in den belagerten Gebieten kaum kleiner.

Immer wieder startet das syrische Regime unter Unterstützung der russischen Luftwaffe Gegenoffensiven gegen die Oppositionellen, wirft Fassbomben ab, macht die Straßen mit Scharfschützen zu Todesfallen.

Die Leidtragenden sind vor allem Zivillisten. In beiden Teilen der getrennten Stadt. Nahrungsmittel sind knapp, die medizinische Versorgung steht vor dem Zusammenbruch.

Diese 8 Bilder zeigen die ganze Schande dessen, was sich in Syrien dieser Tage abspielt – während der Westen wegsieht.

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Die Rebellen werfen dem syrischen Regime den Einsatz von Chlorgas vor. Den Anschuldigungen zufolge sollen Hubschrauber am späten Mittwochabend Behälter mit der ätzenden und potenziell tödlichen Chemikalie abgeworfen haben.

Mindestens drei Menschen sind an den Folgen einer Vergiftung gestorben. Auch Kinder sind unter den Toten und den zahlreichen Verletzten.

Es war der schlimmste Giftgas-Angriff in Syrien seit fast drei Jahren - ein furchtbares Kriegsverbrechen. Doch ein Aufschrei in der westlichen Welt blieb einmal mehr aus.

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Credit: Mahmoud Rashwani

Selbst die Kleinsten bleiben von der Grausamkeit nicht verschont. Der in Aleppo ansässige Krankenpfleger Mahmoud Rashwani berichtete der Tageszeitung "Bild" über einen Einsatz nach einem Angriff: "Zwischen 65 und 70 Verletzte wurden eingeliefert. Zehn von ihnen waren Kinder, 25 weitere Kleinkinder. Einige von ihnen waren in sehr schlechtem Zustand."

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Die russische Luftwaffe tut zudem alles, um den Durchbruch der Rebellen zu stoppen, den Versorgungsweg in die Stadt wieder zu schließen.

Ziel ist es die bewaffneten Gruppen zur Aufgabe zu zwingen. Dafür will das Assad-Regime die Menschen in Ost-Aleppo aushungern.

Unter hohem Risiko schafften es die Syrer nun, wieder einige Lebensmittel in die rebellenkontrollierten Viertel zu transportieren. Der Andrang bei der Ausgabe zeugt von der großen Not, die hier herrscht.

Am Mittwoch verkündete die russische Führung selbst, drei Stunden pro Tag auf Angriffe aus der Luft zu verzichten. Doch bereits einen Tag nach der Bekanntmachung griffen russische Flugzeuge genau zu der Zeit an, als die Waffenruhe starten sollte. Es scheint System zu haben: Die "humanitäre Feuerpause" soll die Menschen vor den Angriffen offenbar auf die Straßen locken.

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Auch der Westen der Stadt wird Ziel großflächiger Angriffe. Hier eine brennende Zementfabrik im Süden der Assad-Viertel. Die UN teilte mit, die Lage in der umkämpften Metropole Aleppo sei dramatisch. "Die Zeit drängt", sagte der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura am Donnerstag in Genf.

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In Aleppo arbeitende Ärzte baten in einem offenen Brief derweil US-Präsident Barack Obama um Hilfe. "Wir brauchen keine Tränen, keine Sympathien oder Gebete. Wir brauchen Aktionen", schrieben sie. Die UN forderten eine Feuerpause von 48 Stunden sowie sichere Korridore, damit Hilfsorganisationen Lieferungen nach Aleppo bringen können.

Das syrische Regime hatte vor einigen Wochen bekanntgegeben, es gäbe humanitäre Korridore für Zivillisten. Diese haben sich jedoch als Illusion erwiesen.

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Von der internationalen Politik im Stich gelassen, haben die Syrer ihr Schicksal längst in die eigenen Hände genommen. Immer wieder verbrennen sie in den Rebellenvierteln Autoreifen, um die Sicht für die russischen und syrischen Flugzeuge mit dunklem Rauch zu blockieren.

Der Qualm ist das einzige Schutzschild vor den gezielten Bombardierungen der Zivillisten.

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Hoffnung auf ein bisschen Normalität? Auf Freizeit? Spiel und Spaß? Die Syrer haben sie nicht aufgegeben. In Manbidsch, im Norden von Aleppo haben kurdische Kräfte die Kontrolle des Stadtzentrums von der Terror-Miliz IS übernommen.

Hier beginnt für die Menschen nun hoffentlich ein helleres Kapitel.

Auch die Menschen in Aleppo träumen von einem solchen.

Mit Material der dpa

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