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Reaktionen auf Trumps Worte über Clinton: "Das ist kein politischer Missgriff, sondern eine Morddrohung"

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Reaktionen auf Trumps Worte über Clinton "Das ist kein politischer Missgriff, sondern eine Morddrohung" | Getty/HuffPost
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  • Trump hat etwas gesagt, das als Aufruf zum Mord an seiner Konkurrentin Hillary Clinton verstanden werden kann
  • Der Republikaner reagiert pampig auf Kritik
  • Medien, Politiker und sogar seine Anhänger sind entsetzt

Donald Trump hat zum Mord an seiner Konkurrentin Hillary Clinton aufgerufen. Sagen seine Kritiker.

Donald Trump hat seine Anhänger aufgerufen, Hillary Clintons Wahlsieg zu verhindern. Sagen seine Anhänger.

Fakt ist: Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner hat etwas von sich gegeben, das Interpretationsspielraum bietet. Und damit in diesem Zusammenhang inakzeptabel ist.

"Das ist kein Spaß mehr", titelt die New Yorker Zeitung "Daily News".

Dan Rather, einer der bekanntesten US-Journalisten und schon lange im Geschäft, schrieb auf Facebook, das sei ein historischer Tiefpunkt im US-Wahlkampf.

Ein Journalist der renommierten "Washington Post" fordert, die Republikaner sollten sich einen neuen Kandidaten suchen.

Was Trump im Detail gesagt hat

Was war passiert?

Trump hatte in einer Rede am Dienstag über das Second Amendment, den Zweiten Verfassungszusatz, gesprochen. Darin steht, dass man US-Amerikanern das Tragen und den Besitz von Waffen nicht verbieten darf.

Trump behauptete, Hillary Clinton wolle diesen Zusatz abschaffen – was übrigens gelogen ist. Trump fuhr fort, wenn Clinton die Verfassungsrichter benenne, könne niemand mehr etwas dagegen tun. Dann folgte der Satz "Although the Second Amendment people, maybe there is, I don't know."

Was Trump da zusammenstöpselte, ließe sich so übersetzen: "Obwohl die Zweite-Verfassungszusatz-Leute, vielleicht gibt es da ... ich weiß nicht."

Videoaufnahmen zeigen, wie einem Zuhörer Trumps bei diesem Satz die Gesichtszüge entgleiten. Obwohl der Mann vermutlich zu den Trump-Fans zählt.

Warum Trumps Bemerkung so heikel ist

Beobachter, darunter ein Kommentator von "Spiegel Online", weisen darauf hin, dass der zweite Verfassungszusatz von vielen so interpretiert werde, "dass sich das Volk mit Waffengewalt gegen eventuelle Despoten oder eine illegitime Regierung zur Wehr setzen könne".

Außerdem hatten Trump-Fans Medienberichten zufolge schon mehrmals Sätze gerufen wie "Bringt sie um" oder "Hängt sie", wenn Trump über seine Konkurrentin sprach.

Die Aufregung ist entsprechend groß in den USA. Und hat sich wohl nur deshalb nicht zur Hysterie ausgewachsen, weil Trump die Öffentlichkeit mit seinen Verbalausfällen über Monate systematisch desensibilisiert hat.

Trump reagiert angriffslustig - und muss doch zurückrudern

Und wie die vergangenen Male auch, reagierte Trump auf die Kritik. Gewohnt aggressiv.

Auf Twitter fragte er, wann die Medien endlich damit anfingen, über Clintons Politik zu schreiben, die Menschen das Leben gekostet habe. Und verwies auf die Themen, die Kritiker Clinton standardmäßig vorwerfen.

Dass diese patzige Antwort nicht reichte, war offenbar bereits eine Stunde später klar. Trump legte nach: "Ich habe gesagt, Leute, die für 2A sind, müssen sich organisieren und zum Wählen gehen, um unsere Verfassung zu retten."

Republikaner hoffen auf einen "schlechten Scherz"

Eindeutig hinter das, was Trump angeblich gemeint hatte, stellte Jennifer Baker von der National Rifle Association. Die Republikaner äußern sich derweil auffallend zurückhaltend. Ganz offensichtlich versuchen sie, die Wogen so gut es geht zu glätten.

Der republikanische Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, hatte zunächst noch mitgeteilt, das Ganze klinge wie "ein missratener Scherz". Er hoffe auf schnelle Klarstellung. Ob Trumps pampiges Getwitter diese Erwartung erfüllt hat, darf man bezweifeln.

Clinton: "Unsere Kinder schauen zu, Donald"

Clinton selbst reagierte staatsmännisch. Sie twitterte "Wer Präsident der Vereinigten Staaten werden will, sollte in keiner Weise zu Gewalt aufrufen." Und schob dann eine Mahnung nach, die bei vielen Amerikanern gut ankommen dürfte: "Unsere Kinder sehen zu, Donald."

Clinton muss auch gar nicht verbal auf die Tube drücken. Das tun andere.

"Das ist kein Missgriff, sondern eine Morddrohung"

So der ehemalige CIA-Chef Michael Hayden. Er sagte dem Sender CNN: "Das ist in der Tat eine atemberaubende Bemerkung." Sie zeuge entweder von einem sehr schlechten Geschmack und Humor oder einem unfassbaren Mangel an politischer Sensibilität.

Senator Chris Murphy aus Connecticut, twitterte, man solle das nicht als "politischen Missgriff" behandelt, sondern als Morddrohung.

Die Tochter des erschossenen Bürgerrechtlers Martin Luther King, Bernice nannte Trumps Sätze "geschmacklos, verstörend und gefährlich".

Für wie gefährlich die Behörden sie halten, ist schwer einzuschätzen. Eine Sprecherin des Secret Service, der sowohl Clinton als auch Trumps Schutz verantwortet, sagte immerhin: "Wir sind uns seiner Kommentare bewusst."

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