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Rapper Haftbefehl gibt deutschen Medien die Mitschuld am Terror: "Sie machen den IS stark"

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HAFTBEFEHL
Rapper Haftbefehl greift deutsche Medien an: "Sie machen den IS stark" | dpa
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  • Die Rapper Haftbefehl und Xatar haben die deutschen Medien stark kritisiert
  • Sie werfen ihnen vor, mit ihrer Berichterstattung den IS zu stärken
  • Außerdem plädieren sie für einen Wahlboykott

Die deutschen Medien haben in den vergangenen Monaten viel Kritik an ihrer Berichterstattung über Flüchtlinge und Muslime einstecken müssen. Nun kommt die nächste Attacke - und dieses Mal von einer eher unerwarteten Seite.

Die Rapper Haftbefehl und Xatar kritisieren den Umgang der deutschen Medien mit Muslimen scharf. In einem gemeinsamen Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit" erheben sie schwere Vorwürfe.

"Die Medien hetzen gegen Muslime, das ist auf jeden Fall so. Ich kann dir zehn Titelbilder von deutschen Magazinen zeigen, in denen der Islam als dunkle Macht und Gefahr mit Kalaschnikows und Sprengstoffgürteln dargestellt wird. Das beeinflusst die Leute hart", so Xatar.

"Warum sperrt YouTube die Videos des IS nicht?"

"Auch deutsche Medien machen den IS stark", sagte Rapper Haftbefehl, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt. "Die Zeitungen und das Fernsehen haben das Image von der unbesiegbaren Truppe doch mit aufgebaut. Warum sperrt YouTube die Videos des IS nicht, wie das bei unseren Videos passiert, wenn wir mal eine Graskeule zeigen?

Beide distanzierten sich in dem Gespräch von "Psycho-Rappern" und "Horror-Rappern". Haftbefehl: "Einen Text wie 'Ich vergewaltige deine Frau' oder 'Ich bohre dir meinen Bleistift ins Auge', den würden wir niemals sagen. Wir erzählen kein wirres Zeug, verstehst du. So redet man einfach nicht auf der Straße."

Rapper rufen dazu auf, nicht wählen zu gehen


Die Bezeichnung "du Schwuchtel" sei von ihnen nicht böse gemeint. Xatar: "Wenn wir Leute als Schwuchtel bezeichnen, haben Schwule meistens kein Problem damit. Das Problem haben die Leute, die nicht schwul sind."

Beide Musiker halten politischen Rap für notwendig. Xatar: "Wenn wir das nicht machen, wer dann? Wir haben die Plattform."

Haftbefehl: "Man kann doch nicht nur über Nutten, Drogen und schnelle Autos rappen." Zugleich plädieren sie für einen Wahlboykott. Haftbefehl: "Wir sagen: Politik ist durch. Geht nicht wählen. Wählt euch selber. Yes we can!"

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(vr)