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Spitzenkoch macht aus Essensresten bei Olympia Menüs für Obdachlose

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BOTTURA
Massimo Bottura kocht für Bedürftige während den Olympischen Spielen. | GIUSEPPE CACACE via Getty Images
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Massimo Bottura weiß, wie man Gaumen verwöhnt. Gaumen, die zu Menschen mit viel Geld gehören und daher mit edlem Essen verwöhnt werden möchten. Bis zu 600 Euro kostet ein Essen in seinem Restaurant Osteria Fancesca in der italienischen Stadt Modena. 1900 Personen stehen auf der Warteliste.

Zweifelsohne, der Italiener ist einer der berühmtesten und besten Köche der Welt. 2011 erhielt er seinen dritten Michelin-Stern, eine der höchsten Auszeichnungen für Köche.

Aber Bottura weiß auch, dass es sich bei seinen Kunden um ein ganz exklusives Klientel handelt. Der Großteil der Menschen ist hingegen der, der sich kein Fünf-Gänge-Menü leisten kann. Es sind die Menschen, die nicht zum Genuss essen, sondern zum Überleben. Die, die nicht mal wissen, was ein Michelin-Stern ist.

12 Tonnen Lebensmittel für die Tonne

Und genau für diese Menschen kocht Bottura auch während den Olympischen Spielen. In den ärmsten Vierteln Rio de Janeiros. Darüber berichtet das österreichische Magazin "fallstaff".

Zwölf Tonnen Lebensmittel sollen demnach während des sportlichen Großereignisses in Brasilien eigentlich weggeworfen werden. Aus diesen zwölf Tonnen wollen Bottura und sein Team aus nationalen und internationalen Köchen 5.000 Mahlzeiten machen. Und zwar ausschließlich für Bedürftige. Und ausschließlich umsonst. Das sieht Bottura als Teil seiner sozialen Verantwortung.

"Sterneköche haben Einfluss und deshalb haben sie die Pflicht, die Gesellschaft nachhaltiger zu erziehen. Ein Teil davon ist der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und gegen Hunger", erklärt der Koch dem Onlinemagazin "New Worlder".

Hunderten Hungrigen solle eine Freude gemacht werden

Diese Vision hat der Starkoch nicht erst seit Beginn der Spiele. Bottura ist Gründer von RefettoRio (was so viel heißt wie "wiederherstellen"), einer Organisation, die auf die weltweite Lebensmittelverschwendung hinweist und wie man die für die Tonne bestimmten Lebensmittel am besten verwertet.

Am Dienstag eröffnete die dazugehörige 300 Quadratmeter große Fläche in Rio, auf der bis zum 21. August unter Volldampf gekocht wird, um Hunderten Hungrigen eine Freude zu machen. Mit einem ähnlichen Projekt war Bottura auch schon fünf Monate bei der Expo 2015 in italienischen Stadt Mailand.

Der Hintergrund: 795 Millionen Menschen sind aktuell weltweit unterernährt. Jährlich werden allerdings 1,3 Milliarden Tonnen weggeworfen. Ein Drittel aller Lebensmittel landet im Müll.

Bottura und seine Kollegen versuchen nun zumindest zwölf Tonnen davon zu retten. Daraus machen sie Drei-Gänge-Menüs: Antipasti, Hauptgang, Dessert. Und vielen Menschen eine Freude.

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(cho)