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Retox trotz Detox - Warum uns Junk Food gut tut

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RETOX BURGER GUT
Junk Food - in Maßen - ist gut für uns | iStock
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Vegane Lieferdienste, Apps, die unser Essverhalten und unsere Fitness tracken und Smoothie-Kuren: Unsere Gesellschaft wird in Sachen Gesundheit immer restriktiver. Die Currywurst zum Feierabendbier ist inzwischen verpönt, die regelmäßige Yogastunde gehört zum guten Ton.

Hier setzt die Retox-Philosophie an. Die Bewegung will zurück zur Balance: Wer verzichtet, muss sich auch belohnen.

Der Grundgedanke dahinter: Wer regelmäßig trainiert und sich gesund ernährt, darf sich auch mal etwas gönnen. In Zeiten von Orthorexie und Anorexia Athletica endlich ein Trend, der sinnvoll und gesund scheint.

Eine Runde Sport vor dem Sonntagsbrunch

Losgetreten hat die Bewegung die amerikanische Yogalehrerin Lauren Imparato mit ihrem Buch "Retox". Auf den Begriff kam sie in der Zeit, als sie an der New Yorker Börse arbeitete. Immer sonntags habe sie mit ihren Freunden ausufernde Champagnerbrunchs veranstaltet. Da sie aber täglich Sport machte, ging sie vorher eine Runde joggen – um ihr Gewissen zu beruhigen, sagte sie der "Marie Claire".

Auch die Britin Toni Lauren setzt auf dieses Konzept. Sie betreibt den Blog Detox Retox – mit dem sie "Mind, Body, Spirit und Martinis" verbinden will. Konkretes Beispiel gefällig? "Vor der Happy Hour eine Yogastunde einlegen oder nüchtern raven gehen." Es gehe vor allem um Balance, sagte sie dem Onlineportal "20 Minuten".

Ausgewogenheit statt ein Leben in Extremen

Balance ist das A und O - dieser Meinung ist auch Achim Sam, Ernährungswissenschaftler und Bestseller-Autor. "Die flexible Kontrolle ist die beste Möglichkeit seinen Gesundheitszustand und sein Körpergewicht zu halten. Rigide Kontrolle führt nur irgendwann zum völligen Kontrollverlust", sagt er im Interview mit der Huffington Post.

"Nur Verbote sind verboten. Wir sollten uns mehr auf unser Körpergefühl verlassen", ist sich Sam sicher. Dazu gehört auch mal der Lust auf Schokolade nachzugeben und sich deswegen nicht schlecht zu fühlen.

Wer sich zu restriktive Vorschriften setzt, kann diesen auf Dauer nicht gerecht werden. Ein Leben in Extremen ist erwiesenermaßen ungesund, der Cheeseburger ab und an dagegen kein Problem. "Es gibt keine giftigen Lebensmittel".

Doch warum wenden sich immer mehr Gesundheitsfanatiker von ihrem selbstgewählten Lifestyle ab? Die psychologische Beraterin Annika Hathaway sieht vor allem soziale Gründe für die Rückkehr zu Bier und Pizza.

Ein Trend, der sich leicht in den Alltag integrieren lässt

"Nicht nur der Körper will gesund sein, auch der psychischen Gesundheit wird immer mehr Beachtung geschenkt. Ein entscheidender Faktor für die seelische, aber auch die körperliche Gesundheit sind soziale Beziehungen und Interaktionen", sagt sie der Huffington Post. Und wo lassen die sich besser pflegen als in der Kneipe ums Eck?

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"Retox kann auch eine Form der Psychohygiene sein, die Ressourcen stärkt und so den Umgang mit alltäglichen Stressoren erleichtern kann." Der Griff in die Chipstüte beim Filmabend mit Freunden hat also direkten Einfluss auf unsere Ausgeglichenheit.

Klingt einfach und das ist es auch. Denn dieser Trend lässt sich nicht nur gut in den Alltag integrieren, er unterstreicht auch, dass man sich nicht alles verwehren muss, um gesund und vor allem glücklich zu leben.

Er hat einen Bodybuilder-Körper. Aber wenn du sein Gesicht siehst, traust du deinen Augen nicht

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Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. zum Beispiel setzt sich mit einem Projekt in Kenia für den Schutz und die Aufzucht von Elefantenbabys ein.

Denn noch immer werden ausgewachsene Elefanten wegen ihrer kostbaren Stoßzähne gejagt und getötet. Zurück bleiben verstörte Jungtiere, die auf sich allein gestellt sind und nicht überleben würden.

Die Elefantenbabys benötigen teure tierärztliche Versorgung und Verpflegung über mehrere Jahre, um schließlich wieder in die Wildnis entlassen werden zu können. Nach ihrem Aufenthalt im Waisenhaus sind die ausgewachsenen Tiere in der Lage, sich in bestehende Elefantenherden zu integrieren.

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(gw)