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Wie ein Hotelbesitzer Menschen hilft, die keine Chance mehr haben

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Pläne für das Good Hotel in London | Good Hotel
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Es ist eine Idee, für die viele andere Unternehmer den Niederländer Marten Dresen belächeln dürften. Denn sie widerspricht erst einmal der Logik des gesunden Unternehmergeistes.

Dresen führt das Good Hotel in Amsterdam.

Sein Personal rekrutiert der 33-Jährige aus Langzeitarbeitslosen, Menschen also, die in anderen Unternehmen keine Chance mehr hatten. Diese bildet er selbst aus. Sobald sein Personal richtig gut ist, lässt er es wieder gehen - an andere Hotels.

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Marten Dresen, Gründer des Good Hotel

Komfort und soziales Engagement

Die ungewöhnliche Idee hinter dem Good Hotel ist ebenso simpel wie genial. Dresen möchte Menschen, die lange arbeitslos waren, wieder ins Arbeitsleben integrieren. Mit ihnen betreibt er eine stylische, moderne Unterkunft, kombiniert soziales Engagement und kundenorientierten Komfort.

Im Juni vergangenen Jahres eröffnete das Good Hotel auf einem ehemaligen Gefängnisboot für illegale Einwanderer in Amsterdam. Mittlerweile ist es profitabel. Und soll in diesem Jahr an einen neuen Standort, nach London umziehen, an die Newham Royal Docks.

Alle hielten Dresen für verrückt

Das Good Hotel sieht dabei so gar nicht aus, wie man sich ein soziales Projekt vielleicht vorstellen würde. Designermöbel schmücken das Foyer und die Zimmer, überall trifft Hochglanz auf rauen Industrie-Look, Detailverliebtheit auf Minimalismus.

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Das Good Hotel in Amsterdam

Und dennoch steht hier nicht nur das – gewiss gut laufende Geschäft im Mittelpunkt. "Das Ziel war es nicht eine Menge an Hotels zu haben. Guten Einfluss kann man auch auf anderem Weg haben“, sagt Marten Dresen selbst.

Vor vier Jahren begann er damit für sein Konzept zu werben. Doch Investoren und mögliche Unterstützer waren skeptisch. Sie hätten ihn für verrückt gehalten, erzählt er. Doch er schaffte den Start.

Mitarbeiter schaffen den Sprung zurück in die Berufswelt

Drei Monate dauert die Grundausbildung, die seine Mitarbeiter erhalten. Sie lernen praktische Tätigkeiten, Umgangsformen, aber auch Englisch. Danach arbeiten sie als Kellner, im Zimmerservice oder als Concierge. Viele von Dresens Mitarbeitern erzählen tragische Geschichte von Rückschlägen und Fehlern, die sie in die Arbeitslosigkeit gezwungen hatten.

Im Good Hotel bekommen sie wieder eine Chance. Und nach zehn Monaten der Ausbildung werden sie an Partnerhotels vermittelt. 70 der 100 in Amsterdam ausgebildeten Angestellten haben nach Angaben des Unternehmens später eine Anstellung im Hotel- und Gastgewerbe gefunden. Einige arbeiten heute gar für 5-Sterne-Hotels.

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Eine im Good Hotel ausgebildete Mitarbeiterin, die nun in einem 5-Sterne-Hotel arbeitet

Der Gründer investiert auch in andere Projekte

Aber nicht nur in seine Mitarbeiter will Dresen investieren. Der Profit, den er erwirtschaftet, fließt auch in NGOs und andere soziale Projekte in aller Welt. "Wir glauben in die Kraft der Menschen“, heißt es auf der Website, des Good Hotel London, das bald anstelle des Amsterdamer Standorts eröffnet.

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Pläne für das Good Hotel in London

Der soll jedoch nicht für immer schließen. "Wir werden mit langfristigen Plänen zurückkommen“, verspricht Dresen, der auch in Antigua, Guatemala noch in diesem Jahr ein Hotel eröffnet.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

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(lk)