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Forscher kritisieren Medien für Berichterstattung in der Flüchtlingskrise

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dpa
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Es war eine Ausnahmesituation für Deutschland: Im vergangenen Jahr kamen rund eine Million Flüchtlinge ins Land. Und es war auch eine Ausnahmesituation für die Medien.

19.000 Beiträge haben deutsche Medien im vergangenen Jahr zum Thema Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik veröffentlicht. Das geht aus einer Studie der Hamburg Media School (HMS) hervor, über die die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtet.

Manche Medien hätten bis zu sieben Beiträge pro Tag über die Flüchtlingskrise veröffentlicht.

Medien haben sich eindeutig positioniert

Im Jahr 2015 erschienen damit 4000 Beiträge mehr zum Thema Flüchtlinge als in den vergangenen sechs Jahren zusammen.

Interessant: Das Forscherteam um den emeritierten Professor Michael Haller hat eine eindeutige Positionierung der Medien festgestellt, schreibt die “FAZ”.

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Vier von fünf Beiträgen in den Medien hätten eher positiv darüber berichtet, dass Deutschland die Flüchtlinge aufnimmt. Zwölf Prozent der Beiträge seien eher berichtend, also neutral gewesen. Sechs Prozent hätten auch über mögliche Probleme der Flüchtlingspolitik berichtet, wie die Überforderung der Behörden.

“Reichweitenstarke Medien”, so schreibt die “FAZ”, “hätten sich das Motto der Bundeskanzlerin – 'Wir schaffen das' – zu eigen gemacht.”

Mögliche Probleme übersehen

Die “FAZ” schreibt weiter: “Rund zwei Drittel der tonangebenden Medien hätten zunächst 'übersehen', dass die Aufnahme von Flüchtlingen in großer Zahl und die Politik der offenen Grenzen die Gesellschaft vor neue Probleme stellen würden.”

Gleichzeitig sahen aber große Teile der Bevölkerung die Flüchtlingspolitik immer kritischer. Hallers Auswertung legt nahe, dass die Medien durch ihre eher positive Berichterstattung an Glaubwürdigkeit eingebüßt haben.

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Bisher handelt es sich nur um Zwischenergebnisse, die endgültige Auswertung wird erst Ende des Jahres vorliegen. Finanziert wurde die Untersuchung von der Otto Brenner Stiftung der IG Metall.

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(lk)