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Trump macht den Enttäuschten der Globalisierung ein gefährliches Versprechen

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DONALD TRUMP
Donald Trump während seiner Rede vor dem Detroit Economic Club | Detroit Free Press via Getty Images
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  • In einer Rede hat Donald Trump erstmals die Grundsätze seiner Wirtschaftspolitik erklärt
  • Er zeichnete das Bild eines Landes, das weitgehend unabhängig vom Ausland ist
  • So will er Steuern senken und Handelsabkommen einschränken

Was Donald Trump in den USA eigentlich verändern will, wenn er nach der Wahl im November Präsident werden sollte, war lange Zeit nicht klar. Amerika solle wieder "great" werden - und dafür muss vor allem die Wirtschaft angekurbelt werden. Doch auf welchem Wege er dies erreichen will, das verriet der republikanische Präsidentschaftskandidat nicht.

Bis jetzt. Am Montag hielt Trump eine "wirtschaftspolitische Grundsatzrede". Er sprach vor einem Kreis von Wirtschaftsexperten des Detroit Economic Club. Wie gewohnt ging Trump bei der Vorstellung seiner wirtschaftspolitischen Pläne nicht ins Detail. "In den nächsten Tagen werden wir weitere Einzelheiten liefern", kündigte er mehrmals an. "Die Reformen, die ich heute vorgestellt habe, sind nur der Anfang."

Immerhin, so konkret wie am Montag ist der Präsidentschaftskandidat noch nie geworden.

Mal wieder Steuererleichterungen

Wenig überraschend: Er versprach den Wählern Steuererleichterungen. Er kündigte sogar eine "Steuer-Revolution" an. Allerdings ruderte er etwa bei den vorgeschlagenen Steuersätzen auf die Linie seiner Partei zurück. Zunächst hatte Trump einen Höchststeuersatz von 25 Prozent vorgeschlagen. Die Republikaner im Kongress halten dies für nicht finanzierbar. Jetzt will Trump wie die Fraktion im Abgeordnetenhaus 33 Prozent. Die Unternehmenssteuer solle von derzeit 35 auf 15 Prozent gesenkt werden. Die Frage ist: Wie will er das finanzieren?

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Trump will zurück zur Kohle

Trump kündigte in der Energiepolitik eine Wende zurück zu "alten" Energien an. Er warf Obamas Regierung vor, "einen Krieg gegen die Kohle" zu führen. 50.000 Arbeitsplätze könnten alleine im Bundesstaat Michigan zurückgewonnen werden, wenn die Regulierungen in der Energiepolitik aufgehoben würden.

Internationale Experten dagegen halten das Kohlezeitalter für beendet. Großinvestoren wie der Rockefeller Fonds haben sich in großem Stil aus Geschäften mit fossilen Energieträgern, besonders Kohle, zurückgezogen. Mit dem US-Unternehmen Peabody Energy musste der einst größte Kohlekonzern der Welt Konkurs anmelden.

Er will Handelsabkommen einschränken, um die eigene Wirtschaft zu schützen

Trump bekräftigte bei dem Auftritt am Montag auch seine Absicht, internationale Handelsabkommen wie Nafta neu zu verhandeln oder aufzukündigen, sollten sie zum Nachteil der USA ausfallen. Er sieht in unvorteilhaften Abkommen den Grund für den Niedergang der amerikanischen Auto- und Stahlindustrie. "Betrügerische" Länder sollen Strafzölle zahlen - damit hatte er wahrscheinlich China im Sinn.

Dazu passend: 5 Gründe, warum Donald Trump die Wahl gewinnen wird

"Amerikanisierung, nicht Globalisierung, das wird unser neues Credo sein", sagte Trump. Eine Isolation der USA sei jedoch keine Option. "Es ist Zeit, den Anker einzuholen, der uns nach unten zieht."

Das ist ein Bild, das sich viele enttäuschte Menschen, die ihre Jobs in Branche wie der Stahl-, Kohle und Autoindustrie verloren haben, zurückwünschen. Selbst konservative Wirtschaftsexperten fürchten aber, dass es eine weltweite Rezession auslösen könnte, wenn die größte Volkswirtschaft der Welt plötzlich internationale Handelsabkommen in Frage stellt - und unter der würden auch seine Wähler leiden.

Mit Material der dpa

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