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Diese 6 radikalen Wohnideen könnten unsere Städte für immer verändern

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Diese 6 radikalen Wohnideen könnten unsere Städte für immer verändern | HuffPost
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  • Bezahlbarer Wohnraum wird in Deutschland immer knapper
  • Hier sind sechs radikale Ideen, die das ändern könnten

Wohnraum ist in den vergangenen Jahren Luxus geworden. In Deutschland müssen bis 2020 jedes Jahr bis zu 400.000 Wohnungen entstehen, damit alle eine Wohnung finden, die eine benötigen.

In Berlin etwa herrscht akute Wohnungsnot. Nur 1,5 Prozent des Wohnraums stehen noch leer – und der kostet. Besonders junge Leute, bei denen das Geld knapp ist, haben es schwer, auf Anhieb eine Bleibe zu finden.

Hier sind sechs spannende Ideen gegen die Wohnungsnot.

1. Schiffscontainer

Der Trend ist im Moment noch sehr klein – hat aber Potential. Auf nur 250 Einheiten schätzt die Zahl der schwimmenden Häuser in Deutschland auf 250, davon sind die meisten Ferienhäuser wie etwas das "BunBo" in Berlin. In Alt-Tegel entstehen 80 Einheiten an der schmalen Humboldtinsel. Sie sind mit teils 220 Quadratmetern so groß oder größer als ein Einfamilienhaus und "unsinkbar“, wie es auf der Webseite des Herstellers heißt.

2. Unter der Erde

Es ist ein ziemlich verrückter Trend: Auch, wenn es sehr unüblich ist, entdecken Menschen den Untergrund für sich. Sie ziehen sprichwörtlich unter die Erde. Wie in das 8.000 Quadratmeter große Haus, das für den britischen Fußballstar Gary Neville konzipiert wurde.

Es soll gänzlich nachhaltig sein: Gebaut wurde es aus Materialien, die vor Ort zu haben sind. Photovoltaik und Windturbinen generieren Öko-Strom. Die Wärme kommt aus der Erde.

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Earthscraper in Mexiko. Credit: BNKR Arquitectura

Dieses Projekt könnte auch für Städte Vorbild sein. Für Mexiko etwa hat ein Architekturbüro einen sogenannten Earthscraper entworfen, eine 300 Meter große, umgedrehte Pyramide für 5.000 Menschen. Ein großes Glasdach soll die Bewohner mit natürlichem Licht versorgen. Wer ganz unten lebt, braucht dennoch künstliches Licht.

Auch Städte wie Singapur überlegen, was sie gegen die Platznot unternehmen können. Die Millionen-Metropole ist unter den Städten mit der höchsten Bevölkerungsdichte.

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Science City in Singapur. Credit: JTC Corporation

Architekten haben eine Wissenschaftsstadt 80 Meter unter der Erde geplant, die sogenannte Underground Science City. Sie soll insgesamt 300.000 Quadratmeter Labor- und Entwicklungsfläche haben. Außerdem sollen dort 4.200 Mitarbeiter untergebracht werden.

3. Auf Parkhäusern

Jörg Friedrich von der Leibniz Universität Hannover hatte einen ziemlich provokante Vorschlag. Im Jahr seien Parkhäuser nur über 60 Prozent ausgelastet.

Seine Idee: Machen wir doch aus 20 Prozent Wohnraum! Zuerst wurde er dafür heftig kritisiert – als menschenverachtend wurde die Idee abgetan, schreibt die Platform "Perspective Daily“.

Doch dann nannte Friedrichs seine Parkhaus-Häuser in "City-Lofts“ um – und erhielt sofort Zuspruch.

4. Auf vier Rädern

Einen radikalen Weg geht das schwedische Startup Wohnwagon. Dort hat man wenig Platz, ist allerdings immer und überall mobil. Und eine Wohnung braucht man – theoretisch – auch nicht mehr.

Von dem Wohnwagon, designt von zwei Österreichern, gibt es eine sechs und acht Meter lange Version. Außerdem kann der Erker entweder zwei oder 3,2 Meter hoch sein. Ob man alles selbst baut oder bauen lässt, überlässt das Startup seinen Kunden. Teuer kann es aber werden.

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Credit: Wohnwagon

Ein Wohnwagon kann bis zu 100.000 Euro kosten. Spannend ist, dass der Wohnwagon fast völlig autark sein kann. Strom liefern Solarpanelen. Und bis 650 Liter Wasser zum Duschen und Kochen kann der Wohnwagon mitführen – und selbst reinigen. Durch Sumpfpflanzen und einen Filter.

5. Superkleine Häuser

Es ist ein Projekt für Entwicklungsländer – könnte aber auch ein Vorbild für Städte wie München und Berlin sein. Abod Shelters heißt das Projekt – und wurde für Länder in Afrika konzipiert. Nur 6.000 Dollar kostet ein Haus.

Vorbild für Industrienationen könnte vor allem die Raumnutzung haben. Auf 16 Quadratmetern hat der Architekt Doug Sharp ein wahres Platzwunder geschaffen. Dort gibt es eine Dusche, eine Toilette, ein Hochbett und eine Kochstelle. Von außen sehen sie aus wie ein überdimensionales Campingzelt.

Der „Guardian“ hat solche Mikrohäuser schon als „Zukunft des Wohnens“ bezeichnet, etwa für Metropolen wie Hongkong.

6. Auf Dächern

Das Berliner Start-Up Cabin Spacey möchte kleine Wohnmodule auf die Dächer von Häusern bauen. Dadurch wollen zwei junge Unternehmer die Wohnungsnot in der Hauptstadt verringern.

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Die Kabine ist nur mit dem Notwendigen ausgestattet. Quelle: Cabin Spacey

“Wir dachten uns: Warum nicht aus der Not eine Tugend machen?”, sagt Andreas Rauch, Co-Gründer von Cabin Spacey der Huffington Post. Klein, minimalistisch und mobil soll die Kabine sein: 20 Quadratmeter, zwei Zimmer, Küche, Bad. Das Vermieten soll genauso unkompliziert sein – per App.

“Wir möchten konventionelles Wohnen aufbrechen, in dem man Dienstleistungen auslagert. 'Digitale Nomaden' sind sowieso viel unterwegs, gegessen wird oft auswärts.” Auf dem Dach soll eine Photovoltaik-Anlage mit einem großen Akku verbaut werden. Für zusätzlichen Strom sorgt ein Sandwich-Boden, der Wärme speichert. 

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(lp)