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Mit diesem Selfie schreiben diese zwei Mädchen Geschichte

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Mit diesem Selfie schreiben diese zwei Athletinnen Geschichte | Twitter
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Die olympische Bewegung ist eine Bewegung des Friedens. Sportler aller Nationen sollen zusammenkommen und sich in sportlichen Disziplinen messen – unabhängig von Kriegen und Krisen.

Das ist der olympische Gedanke. Und wie dieser olympische Gedanke im besten Fall gelebt wird, zeigt ein Selfie von zwei Sportlerinnen.

Das sind die Turnerinnen Lee Eun-Ju und Hong Un-Jong. Lee kommt aus Südkorea, Hong aus Nordkorea. Sie sind beide als Einzelkämpfer ohne Team zu den Olympischen Spiele in Rio angereist und da ihr Wettkampfplan identisch ist, verbringen die Mädchen jetzt auch viel Zeit miteinander.

Während des Trainings machten die Turnerinnen gemeinsam ein Selfie.

Es ist ein Foto, das außerhalb der Olympischen Spiele wohl so nie zustande kommen würde.

Dass die Athleten eines geteilten Landes in einem sportlichen Wettkampf gegeneinander antreten, war auch in Deutschland über Jahrzehnte Realität. Elf Sommerspiele und elf Winterspiele bestritten deutsche Sportler als zwei Nationen.

1988 traten die DDR und die BRD zum letzten Mal gegeneinander bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul an. Dabei entstand dieses Foto der beiden Diskuswerfer Jürgen Schult (DDR) und Rolf Danneberg (BRD). Ein Jahr später fiel die Berliner Mauer.

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Doch von Wiedervereinigung sind Nord- und Südkorea nach wie vor weit entfernt. Erst Mitte Juli hat das nordkoreanische Militär Südkorea mit "physischen Reaktionen" gedroht, weil Südkorea gemeinsam mit den USA ein Raketenabwehrsystem stationiert.

Dennoch: Die nordkoreanischen Athleten scheinen sich bei diesen Olympischen Spielen weltoffener zu zeigen. Wie "Korea Daily", eine koreanisch-amerikanische Zeitung, berichtet, nutzen mehrere Athleten aus Nordkorea Rio 2016, um in Kontakt mit Sportlern anderer Nationen zu treten.

Bei Spielen in der Vergangenheit sollen sich die nordkoreanischen Sportler immer abgeschirmt haben – vor allem, um Fragen der südkoreanischen Presse zu umgehen.

Nordkorea versucht durch die Teilnahme an internationalen Turnieren, sein mieses Image aufzupolieren. "Im Propagandaapparat des Landes spielt Sport eine große Rolle", sagte Kim Min Gyu, ein ehemaliger Diplomat, der 2009 aus Nordkorea floh und seither in Südkorea lebt, der „Zeit“.

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Die Einwohner des sonst so isolierten Landes können die Übertragung der Olympischen Spiele dank eines Abkommens mit der Asiatisch-Pazifischen Rundfunkunion (ABU) – zumindest teilweise – im Fernsehen und Radio verfolgen.

Erfolgreiche nordkoreanische Athleten richten ihre Dankesworte meistens direkt an "ihren geliebten Führer“, den Diktator Kim Jong-Un.

Nordkorea errang bei den Spielen in London insgesamt sechs Medaillen

Am Montag sah sich der erfolgreiche Gewichtheber Om Yun-Chol sogar gezwungen, sich bei seinem Führer zu entschuldigen, nachdem er sich im Zweikampf bis 56 Kilogramm "nur“ mit der Silbermedaille zufrieden geben musste.

Kim Jong-Il, der verstorbene Vater des Machthabers, sei "für immer meine Inspiration und es tut mir leid, dass ich nicht in der Lage war, mit einer Goldmedaille zurückzuzahlen. Ich glaube, ich kann mit der Silbermedaille kein Held für mein Volk sein“, sagte Hong.

2012 erlangte Nordkorea bei den Olympischen Spielen in London insgesamt sechs Medaillen – die meisten in der Geschichte des kommunistischen Landes.

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(lp)