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Erdogan: "Die EU ist Schuld an der derzeitigen Situation"

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ERDOGAN
Erdogan wütet in französischer Zeitung: "Die EU ist Schuld an der derzeitigen Situation" | OZAN KOSE via Getty Images
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Der türkische Präsident Erdogan wendet sich immer stärker von seinen westlichen Partnern ab. Im Interview mit der französischen Zeitung "Le Monde“ untermauerte Erdogan nun noch einmal die Vorwürfe, die er gegenüber der EU und den USA erhebt.

"Die westlichen Regierungen haben es bevorzugt, das türkische Volk im Stich zu lassen“, sagte Erdogan auf die internationalen Reaktionen auf den niedergeschlagenen Militärputsch angesprochen.

Erdogan: "Kümmert euch nicht darum"

Nach dem IS-Angriff auf die Redaktion von Charlie Hebdo im vergangenen Jahr habe der türkische Premierminister am Friedensmarsch in Paris teilgenommen.

Ähnliche Solidaritätsbekundungen waren nach dem niedergeschlagenen Militäraufstand in der Türkei am 15. Juli ausgeblieben. Erdogan betonte erneut, dieser sei ein „terroristischer Akt“ gewesen.

Führende europäische Politiker hatten nach dem Coup vor allem Sorge über die rigorose Reaktion Erdogans geäußert, der tausende Beamte entließ, oder gar festnehmen ließ.

Erdogan wütete im Gespräch mit „Le Monde“: „Die Menschen im Westen sollten sich nicht um die Zahl der Menschen kümmern, die entlassen oder festgenommen wurden.“ Es sei Aufgabe des Staates, zu entscheiden, mit wem er arbeiten wolle und wen er ablehne.

Der Schuldige sei die EU

Wladimir Putin dagegen habe anders reagiert, sagte Erdogan. Er habe ihm Beileid bekundet, "und nicht kritisiert, wie viele Menschen aus dem Militär gefeuert wurden.“

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Am Dienstag treffen sich Putin und Erdogan in Sankt Petersburg. "Dieses Treffen wird einen neuen Schritt in der Beziehung unserer Länder markieren“, so der türkische Präsident.

Die Beziehung zur EU hingegen hänge von den EU-Mitgliedsstaaten ab. Diese müssten ihr Verhältnis zur Türkei "hinterfragen“.

Allein die EU trage die Schuld an der derzeitigen Situation. Kein Staat sei je so behandelt worden, wie die Türkei derzeit.

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