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"Verpiss dich, Ungläubiger": Erdogan-Berater beleidigt österreichischen Kanzler auf Twitter

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  • Burhan Kuzu, Chef-Berater des türkischen Präsidenten Erdogan, hat auf Twitter den österreichischen Kanzler Kern beleidigt
  • "Verpiss dich, Ungläubiger" soll er dort sinngemäß geschrieben haben
  • Kuzus Tweet ist Teil einer Kritik-Welle aus der Türkei, die Kern durch einen Kommentar zum EU-Beitritt der Türkei ausgelöst hatte
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Der Konflikt zwischen der Türkei und Österreich um die EU-Verhandlungen scheint sich diese Woche zuzuspitzen.

Der türkische Europaminister Ömer Celik sagte diese Woche, er sähe in Aussagen des österreichischen Kanzlers Christian Kern Parallelen zu "Rechtsextremen". Und Mevlüt Çavuşoğlu, Außenminister der Türkei, bezeichnete das Land als "Zentrum des radikalen Rassismus".

Nun legt Burhan Kuzu, enger Berater des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, auf Twitter nach.

"Die EU geht sowieso unter"

In einem am Samstag veröffentlichten Tweet richtet sich Kuzu wohl an den österreichischen Kanzler Christian Kern. "Verpiss dich, Ungläubiger", soll er dort sinngemäß geschrieben haben. "Die EU geht sowieso unter und die NATO ist nichts ohne die Türkei".

Kern hatte die Fede mit der Türkei ausgelöst, als er EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei als "diplomatische Fiktion" bezeichnet hatte. Ein Beitritt sei wegen unzureichender demokratischer Standards über Jahrzehnte nicht möglich, so der österreichische Kanzler.

"Schärfste" Reaktion aus Österreich

Hintergrund der Auseinandersetzungen ist das Vorgehen der türkischen Regierung gegen mutmaßliche Unterstützer des gescheiterten Militärputsches am 15. Juli. Ungeachtet wachsender Kritik aus Europa will Präsident Recep Tayyip Erdogan die von ihm initiierten "Säuberungen" weiter ausdehnen.

Zum Thema: Erdogan räumt seine Feinde aus dem Weg - diese 6 Vorfälle sollte jeder kennen

Auf die verbalen Attacken aus der Türkei reagierte Österreich bisher scharf.

"Ankara ist dazu aufgerufen, sich in Wortwahl und Vorgehen im Land zu mäßigen sowie die Hausaufgaben zu machen", sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz als Reaktion auf die Aussagen des türkischen Außenministers.

Laut Informationen der österreichischen Zeitung "Der Standard" soll als Reaktion am Freitag der türkische Botschafter ins österreichische Außenministerium bestellt worden sein.

Bei der Unterredung mit Botschafter Mehmet Hasan Gögüs soll Minister Sebastian Kurz "schärfstens" gegen die Äußerungen aus Ankara protestiert haben.

Am Sonntag forderte Kurz dann gar den Stop der EU-Beitrittsgespräche der EU mit der Türkei. Auf die neuesten Beleidigungen aus Ankara durch Kuzu hat Österreich bisher noch nicht reagiert.

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(lp)