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Mit diesem genialen Plan will Barcelona die Stadt zur Fußgängerzone machen

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BARCELONA
Barcelona will durch "Superblocks" den Verkehr in der Stadt drastisch verringern | Getty
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Großstädte des 21. Jahrhunderts werden von Autos regiert. Kleinwagen, Lastwagen und Busse – und deren Abgase - füllen die Straßen urbaner Zentren.

Barcelona will das ändern - und die Viertel der Stadt an seine Bewohner zurückgeben. Dafür hat die Behörde für urbane Ökologie Barcelona unter der Leitung von Salvador Rueda einen ambitionierten Fünf-Jahres-Plan entwickelt, der fast 60 Prozent der vielbefahrenen Straßen für Fußgänger und Radfahrer frei machen soll.

Das Herz des Plans: Die Bildung sogenannter "Superblocks" (im Original: "Superilles"). "Wir wollen den Raum in Barcelona an die Menschen hier zurückgeben - und das ist nur möglich, indem wir den Mobilitätsplan der Stadt drastisch verändern", erklärt Rueda in einem Interview mit der Onlineausgabe des britischen "Guardian".

Fußgängerfreundliche Straßenblocks

Für die sogenannten Superblocks werden bereits vorhandene (bisher befahrene) Straßenblocks aus etwa 9 mal 9 Straßen Schritt für Schritt zu fußgängerfreundlichen Zonen umfunktioniert.

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Innerhalb dieser Zonen soll zukünftig kein regulärer Verkehr mehr fahren dürfen – mit Ausnahme von Anwohnern und Lieferanten, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h das Innere der "Superblocks" erreichen.

Diese fußgängerfreundlichen Zonen sollen von vier Durchfahrtsstraßen gerahmt werden, auf denen der reguläre Verkehr, inklusive Linienbussen, durch die Stadt geleitet werden soll.

300 Kilometer Radwege

Die Bildung von Einbahnstraßen innerhalb der Superblocks soll verhindern, dass der reguläre Verkehr die Straßen innerhalb dieser Zonen als Durchfahrtsstraßen benutzt. Eine Illustration der Behörde für urbane Ökologie Barcelona verdeutlicht den genialen Plan:

superblocks barcelona

Zusätzlich soll das Netz aus Radwegen in der Stadt massiv ausgebaut werden - über 300 Kilometer Strecke will die Behörde hinzufügen. Auch das Busnetz der Stadt soll erweitert und verbessert werden: So sollen die Einwohner Barcelonas zukünftig nie weiter als 300 Meter zu einer Bushaltestelle laufen müssen.

20 Prozent weniger Autos bis 2018

Die Experten der Behörde schätzen, dass durch diese Initiativen bereits in zwei Jahren 20 Prozent weniger Autos durch die spanische Großstadt fahren werden, als heute.

Ein erster Superblock soll im Stadtteil Eixample mit rund 6.000 Anwohnern entstehen - in Zukunft sollen diese aber die ganze Stadt füllen.

"Unser Ziel ist es, dass Barcelona wieder eine lebenswertere Stadt wird", erklärt Janet Sanz, City Councillor für urbane Ökologie im Interview mit dem "Guardian".

"Die Einwohner Barcelonas, als eine mediterane Stadt, verbringen viel Zeit auf den Straßen - diese sollen eine zweite Heimat werden. Öffentliche Plätze sollen Orte sein, an denen die Geschichte des Viertels und das lokale Leben in der Gegenwart spielen".

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