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Umfrage-Irrsinn in den USA: Clinton und Trump wieder Kopf an Kopf

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CLINTON TRUMP
Das Rennen um die Präsidentschaft bliebt weiter eng | Jim Urquhart / Reuters
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  • Nachdem Hillary Clinton in Umfragen lange Zeit führte, liegt sie nun mit Donald Trump fast gleichauf
  • Auf das Ergebnis lässt sich aus den Zahlen jedoch nicht sicher schließen - Schuld ist das US-Wahlsystem

Beinahe täglich informieren Umfragen über den aktuellen Stand im Rennen um die US-Präsidentschaft. Zuletzt hatte die Demokratin Hillary Clinton in der Wählergunst teils deutlich die Nase vorn.

Doch Umfragen sind bekanntlich Momentaufnahmen und keineswegs in Stein gemeißelt. In einer aktuellen Befragung der Nachrichtenagentur Reuters liegen Clinton und ihr republikanischer Rivale Donald Trump wieder Kopf an Kopf.

Für Clinton würden sich demnach 42 Prozent der Befragten aussprechen, Trump kommt auf 39 Prozent. Zum Wochenbeginn betrug Clintons Vorsprung noch beruhigendere acht Prozentpunkte.

Um im ganzen Umfragen-Dschungel den Überblick nicht zu verlieren, sollte man sich eines klar machen: Im komplizierten amerikanischen Wahlsystem zählen keinesfalls die landesweiten Stimmen, sondern die Stimmen aus den jeweiligen Bundesstaaten.

Bush vs Gore als Beispiel

Mit Schrecken erinnern sich viele Demokraten an die Präsidentschaftswahlen aus dem Jahr 2000. Al Gore bekam zwar landesweit mehr Stimmen als sein republikanischer Rivale George W. Bush.

Doch da Bush im letztlich alles entscheidenden Swing-State Florida, wenn auch denkbar knapp, die Nase vorne hatte, überholte er Gore bei den Wahlmännerstimmen. Nach einigem juristischen Gezerre zog der Republikaner ins Weiße Haus.

Auch am 8. November wird es wieder auf die Stimmen der sogenannten Swing-States ankommen: Bundesstaaten, in denen beide Parteien mit einem Sieg rechnen können und die demnach besonders hart umkämpft sind.

Clinton führt in den Swing States

Blickt man auf die aktuellen Umfragen aus den Swing States, sieht es tatsächlich sehr gut aus für Hillary Clinton. Ob Pennsylvania, Florida oder New Hampshire - überall liegt die frühere Außenministerin und First Lady teils deutlich in Front.

Doch auch wenn Clinton die Wahl zum jetzigen Zeitpunkt wohl deutlich für sich entscheiden würde, entschieden ist trotzdem noch lange nichts.

Nach der medienwirksamen Auseinandersetzung mit den Eltern eines im Irak gefallenen US-Soldaten war Trump auch aus den eigenen Reihen harsch attackiert worden. Nun versucht der umstrittene Immobilienmilliardär mit versöhnlichen Tönen die Wogen zu glätten.

"Wir müssen uns vereinen"

Am Freitag stellte sich der republikanische Präsidentschaftsbewerber nach anfänglichem Zögern doch hinter den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Zudem bekundete Trump seine Unterstützung für die Senatoren John McCain und Kelly Ayotte, mit denen er ebenfalls im Clinch liegt.

"Wir müssen uns vereinen", erklärte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Wisconsin. Als Präsident werde er einen republikanischen Senat und ein Repräsentantenhaus brauchen, um alle seine Änderungsvorschläge umsetzen zu können.

Zudem versuchte der 70-Jährige, mit der Bekanntgabe seines Beraterteams für Wirtschaftsfragen, Zuversicht zu streuen. Diesem sollen der Hedgefonds-Milliardär John Paulson, ein ehemaliger Mitarbeiter des Haushaltsausschusses des US-Senats, Dan Kowalski, und der New Yorker Investor Steven Mnuchin angehören.

Mit Material von dpa.

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(tos)