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Satiriker Sonneborn: "Ich habe Trump in den US-Wahlkampf eingeschleust"

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Ihr habt es geahnt. Wir auch. Aber jetzt haben wir es schriftlich:

Was Donald Trump in den USA abzieht, ist alles nur ein Scherz, eine genial geplante Inszenierung, Polit-Satire.

Trump ist ein Produkt des Satirikers Martin Sonneborn.

Sonneborn gibt im Gespräch mit der Huffington Post zu: "Ich habe Trump in den US-Wahlkampf eingeschleust."

Und weiter: „Ich habe mir bei Trump übrigens viel mehr Mühe gegeben als bei der Einschleusung des Schmierlappens Sigmar Gabriel in die SPD.“

Trump beleidigt seit Monaten ausnahmslos alle in den USA. Minder- und Mehrheiten. Normalos und Helden. Und droht nebenbei noch mit dem Einsatz von Atombomben.

Und das alles, ohne auch nur einmal durch Lachen aus der Rolle zu fallen.

trump

Trumps größte Leistung aus der Sicht Sonneborns: „die PARTEI zu parodieren“. (Sonneborn ist Gründer von die PARTEI, Anm. d. Red.)

„Ursprünglich haben wir in Wahlkämpfen früher auch die US-amerikanischen Wahlkampf-Methoden und -Praktiken parodiert: Populismus, Inhaltsleere und Krawall; dieses jetzt noch einmal zu übersteigern und in den USA selbst zur Meisterschaft zu bringen, ist eine beeindruckende Leistung“, sagte Sonneborn der HuffPost.

Sonneborn weiß, wovon er spricht.

Er hat die europäische Politik so lange veräppelt, bis er zum Berufspolitiker wurde, für seine Partei mit dem sprechenden Namen „Die Partei“ (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative).

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Trump habe auch einzelne Ideen von „Die Partei“ weiterentwickelt. Darunter die mit der Mauer. „Aber die wird ja mittlerweile in ganz Europa freundlich aufgenommen“, meint Sonneborn.

Zur Erinnerung: Die Partei forderte in ihrem Wahlprogramm „den Bau neuer Mauern, z. B. um die Schweiz herum. (Die Schweizer haben es verdient.)“

Und Sonneborn wollte unter anderem die Berliner Mauer wieder aufbauen. Der Grund: Die Bürger Ostdeutschlands seien nach dem Fall der Mauer so unzufrieden gewesen. Einen Schießbefehl sollte es aber nicht mehr geben.

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Trump ist auch hier konsequenter. Er will eine Mauer zu Mexiko haben. Und man darf davon ausgehen, dass die Grenzer hart hinlangen sollen. Trump gilt als Waffenfreund und soll selbst einen Colt besitzen. Zahlen sollen natürlich die Mexikaner für die Mauer.

Als Partner für den Mauerbau in Europa will Sonneborn den Immobilien-Milliardär aber trotzdem nicht haben. „Wir sind schon seit Jahren mit israelischen Experten im Gespräch. Die sind einfach führend in Technik und Ästhetik.“

Wenn Trump am Ende Hillary Clinton schlägt, wäre das also auch für Sonneborn ein riesiger Erfolg. Allen anderen wird das Lachen aber vergehen.

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(ben)