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Ministerpräsident Sellering macht Merkel für Erfolg der AfD im Osten verantwortlich

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SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering | own
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  • SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering hat Angela Merkel scharf angegriffen
  • Sie sei für das Erstarken der AfD in Ostdeutschland verantwortlich
  • Sellerings Umfragewerte vier Wochen vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern sind katastrophal

In Mecklenburg-Vorpommern beginnt der Wahlkampf - und der scheint sich erstmal nicht darum zu drehen, wofür man ist, sondern wogegen.

Gegen Kanzlerin Angela Merkel zum Beispiel.

Auf Merkel-Bashing setzt auch Mecklenburg-Vorpommerns amtierender SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering. Er hat vier Wochen vor der Wahl in seinem Bundesland Merkel scharf angegriffen.

Sellering: "Extreme Polarisierung in Ostdeutschland"

Unter anderem macht er die Kanzlerin für das Erstarken der AfD in Ostdeutschland verantwortlich. Dem Berliner "Tagesspiegel" sagte Sellering: "Frau Merkel hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Flüchtlingsfrage zu einer starken Polarisierung der Bevölkerung geführt hat. Davon profitiert die AfD."

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Im Osten habe die Flüchtlingskrise das Gefühl der Unsicherheit verstärkt und die Gesellschaft emotional gespalten. "Von dieser extremen Polarisierung bis hin zum Hass lebt die AfD."

Sellering warf der Kanzlerin vor, die Aufnahme Tausender Flüchtlinge aus Ungarn im September vergangenen Jahres nicht zu einer Ausnahme erklärt zu haben. Dies sei ein "großer Fehler" gewesen, kritisierte der SPD-Politiker.

"Menschen fühlen sich in die rechte Ecke gestellt"

"Stattdessen wurde monatelang der Eindruck erweckt, als sei die unbegrenzte und unkontrollierte Aufnahme von Flüchtlingen alternativlos." Die berechtigten Sorgen vieler normaler Bürger seien dabei "nicht ausreichend ernst genommen" worden.

Weil der Flüchtlingszuzug vor allem zu einer moralischen Frage erklärt worden sei, fühlten sich viele Menschen "in die rechte Ecke gestellt".

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Im Umgang mit besorgten Bürgern reiche es nicht aus, wenn die Kanzlerin bei ihrem Satz bleibe: "Wir schaffen das." Man dürfe "nicht so tun, als sei die Integration so vieler Menschen aus einem anderen Kulturkreis ganz einfach. Das ist eine Riesenaufgabe, die große Anstrengungen erfordern wird."

AfD könnte stärkste Partei werden

Dass ein hoher SPD-Mann mit der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin so hart ins Gericht geht, ist eher ungewöhnlich.

Der Grund ist aber klar. Sellering steht mit dem Rücken zur Wand. Die Umfragewerte für seine SPD sind mit 22 Prozent um ein Drittel schlechter als vor fünf Jahren, als er mit 35,6 Prozent noch strahlender Sieger war.

Sellering hatte Merkel schon vor einigen Wochen für die schlechten Umfragewerte seiner Partei verantwortlich gemacht.

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Dagegen steht die AfD mit 19 Prozent in den Umfragen sehr gut da - sie könnte in dem Land gar stärkste Partei werden.

Für diesen Fall hat Sellering einen Schuldigen ausgemacht: Nicht seine eigene Politik, sondern die Kanzlerin in Berlin.

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