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Obdachloser nähert sich junger Frau auf dem Heimweg - und verändert ihr Leben

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Als die junge Studentin Caroline Santana aus São Paulo in Brasilien eines abends mit dem Bus zur Geburtstagsfeier ihres Cousins fahren wollte, näherte sich ihr ein Obdachloser.

Daraus entstand eine einzigartige Begegnung, von der die junge Frau auf Facebook berichtete. Ihr Post stieß bei den anderen Facebook-Nutzern auf große Begeisterung: Er erhielt beinahe 650.000 Likes und wurde circa 120.000 Mal geteilt. Santana erzählt:

Ein Obdachloser fragte Santana nach Geld

"Heute will ich euch eine einfache Geschichte erzählen, durch die ich viel gelernt habe. Als ich gestern aus der Uni kam, wollte ich den Bus nehmen, um zur Geburtstagsfeier meines Cousins zu fahren. Auf dem Weg zur Bushaltestelle entschied ich, mein Ticket schon einmal aus der Handtasche zu holen, damit ich schneller einsteigen könnte. Aber ich fand meine Fahrkarte einfach nicht.

Da kam plötzlich ein obdachloser Mann auf mich zu und fragte: "Junge Dame, hast du vielleicht etwas Geld für mich?" Ich sagte: "Ja, warte kurz, ich denke, ich habe mein Ticket verloren." Der Mann zögerte trotz seiner schlimmen Situation nicht lange und sagte: "Weißt du, wie viel ein Ticket kostet? Denn ich habe hier noch vier Real (etwa einen Euro) und kann sie dir geben."

Ich antwortete: "Das ist lieb, aber mach dir keine Sorgen, ich bekomme das schon hin." Während ich sprach, fand ich mein Ticket und wollte schon etwas sagen, als er weitersprach: "Natürlich kann ich dir das Geld geben, ich kann dich nicht alleine laufen lassen. Ich will dir helfen."

Dieser Mann wollte das Wenige verschenken, das er hatte

Gerührt dankte ich ihm und sagte ihm, dass ich meine Fahrkarte schon gefunden hätte und wiederholte, dass er sich keine Sorgen machen müsse.

Dann ging ich weiter zur Bushaltestelle. Auf dem Weg überlegte ich es mir anders und kehrte um, weil dieser Mann ein Beispiel für viele Menschen sein sollte. Er hatte so selbstlos seine Hilfe und sein Geld angeboten, ich wollt ihn nicht einfach so gehen lassen.

Also ging ich zurück und fragte ihn: "Kann ich ein Foto mit dir machen und jedem erzählen, was für ein großes Herz du hast?" Er sagte sofort ja und versuchte schnell, sich für das Bild herauszuputzen.

Dann stellte er sich neben mich, damit ich das Foto machen konnte. Danach kramte ich alle Münzen aus meinem Geldbeutel – ungefähr zwei Real – und gab sie ihm. Er war sehr dankbar und wünschte mir alles Gute und einen sicheren Heimweg – ich sagte dasselbe zu ihm.

Außerdem rief er mir noch hinterher: "Schreib unter das Bild, dass mein Name Caesar ist."

Beurteile nie Menschen nach ihrem Äußeren

Und so ist es. Aber ist es so einfach? Ich denke schon.

Dieser Mann hatte so wenig und ist von der Hilfe fremder Menschen abhängig – trotzdem wollte er mir das Wenige geben, das er hatte, damit ich diese Nacht nicht zu Fuß gehen musste.

Natürlich wird er wegen seines Äußeren verurteilt: Viele Leute denken, dass er ihnen Böses will oder ein Dieb ist, aber er hat ein großes Herz und in diesem Moment hat er seinen Nächsten geliebt, ohne ihn zu kennen, so wie Gott es will.

Die Menschen sind nicht schlecht und vielleicht testet uns Gott in solchen Situationen. Diese Geschichte hat gezeigt, was wichtig ist – Charakter, Bescheidenheit, Weisheit und Liebe. Beurteile nie Menschen nach ihrem Äußeren."

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(jk)