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Afghanistan: Radikale Islamisten beschießen Urlauber

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AFGHANISTAN
ASSOCIATED PRESS
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  • In Afghanistan ist es zu einem Überfall auf eine Touristen-Gruppe durch die Taliban gekommen
  • Unter den elf beschossenen Touristen ist ein Deutscher
  • Die afghanische Armee spricht von fünf Leichtverletzten

In der afghanischen Provinz Herat ist es zu einem Überfall auf eine Gruppe von elf Touristen durch die Taliban gekommen. Zunächst war auch von Todesopfern berichtet worden - dies konnte bisher nicht bestätigt werden.

Fünf der insgesamt elf Touristen seien beim Angriff im Bezirk Chescht-e Scharif leicht verletzt worden, sagte der Sprecher des Gouverneurspalasts, Dschilani Farhad.

"Wir können bestätigen, dass ein Deutscher betroffen ist"

"Wir können bestätigen, dass auch ein deutscher Staatsangehöriger betroffen ist und nach eigenen Angaben unverletzt ist", sagte das Auswärtige Amt der Huffington Post am Donnerstagnachmittag.

"Die deutsche Botschaft in Kabul ist eingeschaltet, steht in engem Kontakt mit den zuständigen Stellen in Afghanistan und betreut den Betroffenen konsularisch".

Die Touristen hatten nach Angaben der Behörden eine Armeeeskorte bei sich. Laut dem Sprecher des Gouverneurs von Herat handelt es sich bei den Touristen um acht Briten, drei Amerikaner und einen Deutschen. Die deutsche Botschaft in Kabul war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen.

Tourismus im Krisengebiet

Laut Informationen der britischen Nachrichtenseite "The Guardian" sollen die Touristen mit einem kleinen, britischen "Abenteuer"-Reiseanbieter unterwegs gewesen sein.

Die Gruppe war laut Polizei auf dem Weg nach Herat-Stadt. Zuvor hätten sie die Provinz Ghor besucht. Unklar blieb, wieso die Touristen Ghor besucht hatten.

Dort steht am Ufer des Flusses Harirud ein berühmtes Minarett aus dem 12. Jahrhundert, das Minarett von Dscham. Allerdings gilt die sehr arme Provinz Ghor als notorisch unsicher und wird selbst von im Land lebenden und arbeitenden Ausländern nur sehr selten besucht.

Die Provinz und die Stadt Herat sind reich an Sehenswürdigkeiten. Der sowieso eher spärliche Tourismus in Afghanistan war aber schon vor Jahren mit der steigenden Gewalt im Land eingebrochen.

Das Auswärtige Amt rät dringend vor Reisen nach Afghanistan ab. "Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein", schreibt die Behörde auf der offiziellen Website.

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