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Rente: Frauen aus Westdeutschland sind die Verlierer

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BERLIN PEDESTRIANS
Das sind Deutschlands Verlierer | Maremagnum via Getty Images
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Die Verlierer wohnen im Westen. Im äußersten Westen wohnen die größten Verlierer. Und alle sind Frauen.

So lässt sich die Situation der Rentner in Deutschland zusammenfassen, wie sie sich aus dem Rentenatlas ergibt, den die „Bild“-Zeitung veröffentlicht hat. Darauf zu sehen ist, wie viel Euro Männer und Frauen in den verschiedenen Bundesländern pro Monat im Schnitt an Rente bekamen im vergangenen Jahr.

Durchschnittliche Monatsrente von Frauen (orange) und Männer (blau) in Deutschland im Jahr 2015 (Angaben in Euro)

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Quelle: "Bild"-Zeitung/Rentenversicherung

Die wichtigsten Erkenntnisse:

1. In ausnahmslos jedem Bundesland bekommen die Männer mehr Rente als die Frauen. Im Westen sind die Unterschiede am stärksten ausgeprägt.

2. Die größten Unterschiede gibt es im Saarland, dort gab es für die Frauen nur gut 40 Prozent so viel Geld wie für Männer. Am nächsten liegen die Renten von Frauen und Männern in Ost-Berlin zusammen, die Frauen bekommen 79 Prozent der Rente der Männer.

3. Die höchste Rente überhaupt bekommen Männer in Ostberlin mit 1197 Euro pro Monat. Auch die Frauen erhalten dort mehr als alle anderen in Deutschland: 940 Euro.

4. Die kleinste Rente von 491 Euro geht an die Frauen im Saarland. Am wenigsten Geld erhalten Männer in West-Berlin mit 1017 Euro.

Je mehr jemand verdient und je länger er in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, desto mehr Rente gibt es dann im Ruhestand.

Frauen, die selbst bei gleicher Arbeit weniger verdienen als Männer und außerdem eine Auszeit für die Familie nehmen oder Teilzeit arbeiten, müssen dafür im Alter besonders büßen.

In Westdeutschland, wo die traditionelle Rollenaufteilung besonders ausgeprägt war, ist der Effekt deutlich zu sehen. In Ostdeutschland dagegen war es üblich, dass die Frauen arbeiten gingen - deswegen bekommen viele Frauen dort mehr Rente.

Die Lage dürfte sich in Zukunft für Frauen etwas verbessern.

Auch im Westen setzt sich die Einsicht durch, dass arbeitende Mütter keine schlechten Mütter sind. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz erleichtert Frauen, die sich noch immer mehr um die Kinder kümmern als Männer, die Erwerbstätigkeit.

Die Große Koalition hat entschieden, dass Müttern jetzt mehr Erziehungsjahre für die Rente anerkannt werden, die CSU will das noch ausweiten.

Grund zum Entspannen oder Jubeln aber gibt es nicht.

68 Prozent der Frauen in Deutschland waren 2013 erwerbstätig, verglichen mit 76 Prozent der Männer.

Wenn Frauen arbeiten, arbeiten sie neun Stunden pro Woche weniger als Männer.

Frauen in Vollzeit verdienen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer in Vollzeit.

Das wird das Rentenniveau der Frauen weiter niedriger halten.

Dazu kommt, dass die gesetzliche Rente insgesamt lächerlich niedrig ausfallen wird. Da bleibt nur: private Vorsorge. Wenn man es sich leisten kann.

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(lp)