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Darum haben die Bewohner von Rio jetzt schon die Nase voll von Olympia

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TRAFFIC JAM
Endlose Staus in Rio schon vor Beginn der Spiele | Amr Dalsh / Reuters
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  • Rios Bewohner sind schon vor Beginn der Spiele verärgert
  • Über 120 Kilometer Stau verstopfen jeden Tag die Straßen der Stadt
  • Bürgermeister Paes steht vor Problemen

Olympia 2016 steht in den Startlöchern, am morgigen Freitag werden die 31. Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eröffnet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Unter anderem gibt es in der brasilianischen Stadt seit vergangenem Sonntag so genannte "olympic lanes".

Das bedeutet, auf vielen Straßen der brasilianischen Metropole sind jetzt eine bis mehrere Spuren dem Transport von Sportlern und Mitarbeitern der Spiele vorbehalten. Die Konsequenz für alle anderen Verkehrsteilnehmer: rund 120 Kilometer Stau in der Stadt pro Tag.

Für die Einwohner von Rio ist das nahezu eine Katastrophe. Schneller als 15 km/h kommen sie momentan nur selten vorwärts und aus 30 Minuten Weg werden gut und gerne rund drei Stunden. Dabei ist der Höhepunkt noch nicht einmal erreicht.

Staus in Rio - und jetzt kommen Hundertausende Besucher

Sobald am 6. August die Wettkämpfe richtig losgehen, werden über eine halbe Million Besucher in der Stadt erwartet, die die Straßen weiter belasten werden.

Ihrem Unmut darüber lassen die Anwohner momentan vor allem auf dem Kurznachrichtendienst Twitter freien Lauf.

"Keine Chance, in den nächsten drei Wochen in Rio irgendwo hinzukommen, es sei denn du hast tatsächlich drei Wochen Zeit übrig" schreibt dort einer der Betroffenen.

Bereits seit Ende Juli häufen sich auf der Plattform Videos und Bilder von scheinbar endlosen Autoschlangen auf Rios Straßen. Die britische Boulevardzeitung "Daily Mail" verlieh der Stadt bereits ironisch die Goldmedaille für den längsten Stau.


Bürgermeister Paes ruft Feiertag zu Olympia-Eröffnung aus

Dem Verkehrschaos hat sich nun Eduardo Paes, Oberbürgermeister der Stadt Rio, angenommen und den Donnerstag vor der Eröffnungsfeier zum Feiertag erklärt. Auf diese Weise sollen, wenn das Olympische Feuer an diesem Tag die Stadt erreicht, die Straßen frei gehalten werden.

Wie die US-amerikanische Tageszeitung "Wall Street Journal" berichtet, ist dieser nur einer von vier Feiertagen, die kurzfristig angesetzt wurden, um die Verkehrslage zu verbessern. Bei der arbeitenden Bevölkerung Rios sorgt diese Entscheidung für weiteren Unmut. Ganze Terminpläne müssten jetzt umgeworfen und Meetings neu angesetzt werden.

Sogar die Schulferien wurden kurzfristig von Juli auf die Zeit der Spiele geschoben, um den Verkehr zu entlasten.

Passend dazu: 12 Brasilianer sagen, was sie wirklich über die Olympischen Spiele denken

(cho)