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Kinder in Bangladesch werden plötzlich größer - der Grund ist erstaunlich

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BANGLADESCH
Gute Nachrichten: Der Nachwuchs in Bangladesch wächst. | Akram Ali/CARE
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Wie man den Fortschritt in einem Entwicklungsland messen kann? In Bangladesch mit einem Zollstock.

Unbemerkt vom Rest der Welt ist hier in den vergangenen zwölf Jahren etwas Erstaunliches geschehen: Die Kinder im Land werden immer größer.

Diese Entwicklung verwundert auf den ersten Blick deshalb, weil die Menschen in der Region immer noch unter Hunger leiden.

Getreideknappheit und daraus folgende Unterernährung sind weit verbreitet.

Warum also werden die Kinder größer als früher und nähern sich durchschnittlichen Körpergrößen entwickelter Länder an?

Bangladeschs Kinder wurden größer, weil sich das Land auf seine Frauen konzentrierte

Im Jahr 2004 haben sich die Wohltätigkeits- und Entwicklungshilfeorganisationen CARE und USAID mit der Regierung von Bangladesch zusammengetan um den Kampf gegen die Armut aufzunehmen.

Sie starteten das „Shouhardo“-Projekt, um Frauen und ihre Rechte zu stärken. Damals ahnte niemand, wie sehr sich diese Arbeit auf das Wachstum der Kinder und damit auf die Körpergröße von Erwachsenen auswirken würde.

Innerhalb von nur drei Jahren verringerte sich die Zahl der Kinder, die für ihr Alter zu klein sind um 28 Prozent. Das ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass gewöhnliche Ernährungshilfe-Programme meist mit einer Rate von 14 Prozent aufwarten können.

Die positiven Effekte wurden von den Frauen weitergetragen

bangladesch

Doch was machte das „Shouhardo“-Projekt so erfolgreich?

Die Helfer boten den Frauen eine bessere Schwangerschaftsvorsorge, Zugang zu sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung. Außerdem informierten sie die Mütter über Erziehungs- und Schwangerschaftsfragen.

Und die positiven Auswirkungen des Projekts gingen weit über das Leben der Frauen im Projekt hinaus – wie durch eine Art Domino-Effekt waren sie auch innerhalb der Familien der Frauen, ihren Gemeinden und sogar bis in die nächste Generation zu spüren.

„Frauen, die an dem Programm teilnahmen, erhielten eine bessere pränatale Versorgung, aßen gesünder und schonten sich in der Schwangerschaft mehr“, beschrieb Lisa Smith von CARE in ihrem Bericht die Maßnahmen. „Sie und ihre Kinder ernährten sich außerdem abwechslungsreicher.“

Laut Bericht flossen die Daten von über 2 Millionen Frauen, Männern und Kindern in die Studie ein.

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

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