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Wenn dein Chef sich mit diesem Wort bei dir bedankt, dann hast du ein Problem

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OFFICE TALKING
Dieses Wort sollte niemand im Büro benutzen. | T.T. via Getty Images
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Der Teufel versteckt sich, wie so oft, im Detail: Wer das Gefühl hat, bei Beförderungen übergangen zu werden, der sollte sich fragen, wie seine Arbeit wahrgenommen wird - ein kleines Wort zeigt es euch:

Das Wort "Hilfe".

Wie bedanken sich eure Kollegen bei euch?

Wenn ihr für einen Kollegen oder euren Vorgesetzten eingesprungen seid und seine Arbeit übernommen habt - welchen Satz bekommt ihr dann zu hören? Danke für die Hilfe oder danke für die Arbeit?

Natürlich ist es nett, wenn sich der Andere bedankt - aber bei dem Wort Hilfe schwingt im Arbeitsleben ein hässlicher Subtext mit. Denn das Wort Hilfe bedeutet auch, dass sie freiwillig und unentgeltlich geleistet wurde - und, naja, es bedeutet außerdem, dass man nur assistiert hat.

Ihr habt aber gearbeitet und in den meisten Fällen zusätzliche Stunden im Büro verbracht, um für euren Kollegen oder Vorgesetzten in die Bresche zu springen. Das Wort Hilfe wird dem nicht gerecht - nicht im Berufsleben.

Diese Geringschätzung trifft vor allem Frauen

Deshalb sollte das Wort Hilfe im Büro nicht so leichtfertig verwendet werden - zeigt es doch auch eine Geringschätzung der geleisteten Arbeit. Davon betroffen sind vor allem - aber nicht nur - Frauen.

Diese Problematik bringen Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und der Psychologe Adam Grant in einem Artikel der renommierten Zeitung "New York Times" auf den Punkt:

"Das ist an den Arbeitsplätzen in der ganzen Welt traurige Realität: Frauen helfen mehr und profitieren weniger davon. Durch die tief verankerten Geschlechterrollen erwarten wir, dass Männer ehrgeiziger und leistungsorientierter sind und Frauen fürsorglicher und gemeinschaftlicher. Wenn ein Mann Hilfe anbietet, dann überschütten wir ihn mit Lob und Anerkennung. Aber wenn eine Frau hilft, dann erscheint das selbstverständlich."

Worte zeigen, wie wir denken

Das soll kein Aufruf sein, im Büro seinen Kollegen zukünftig die Hilfe zu verweigern - ganz und gar nicht. Es soll vielmehr alle daran erinnern, dass die Hilfe der Kollegen und Mitarbeiter nicht als etwas Selbstverständliches wahrgenommen wird, sondern als das, was es ist: Arbeit. Und die muss belohnt werden.

Das eigentlich positiv besetzte Wort Hilfe aus seinem Büro-Vokabular streichen? Das klingt erst einmal nach Haarspalterei - aber die Worte, die wir benutzen, beeinflussen die Art, wie wir denken und anders herum.

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(juk)