Huffpost Germany

Aus diesen Gründen könnte bei dir zuhause schon bald ein 3D-Drucker stehen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
3D DRUCKER
IAKOBCHUK VIACHESLAV/shutterstock.com
Drucken

3D-Drucker werden immer kompakter und billiger

Im 3D-Druck schlummert gewaltiges Potential - manche sprechen gar von einer dritten industriellen Revolution. Die Zeiten, in denen 3D-Drucker Unsummen gekostet haben und nur in Firmen und Laboren zum Einsatz kamen, sind inzwischen auf jeden Fall vorbei. Klar, Qualität hat auch heute noch seinen Preis, aber auch mit den günstigeren Modellen kann Otto Normalverbraucher zu Hause seinen Spaß haben.

Günstigere Modelle, größere Community

In "Faszination 3D Druck - Alles zum Drucken, Scannen, Modellieren" wird auf knapp 400 Seiten alles vorgestellt was Sie wissen müssen

Warum das so ist? Einige der ursprünglichen Patente sind inzwischen ausgelaufen, wie zum Beispiel für das sogenannte Selektive Laser-Sintern (SLS). Beim SLS handelt es sich um das Verfahren, bei dem mittels Lasern aus einem pulverförmigen Ausgangsstoff Werkstücke wird Schicht für Schicht aufgebaut werden können - also eine der Möglichkeiten, dreidimensional zu drucken.

Auch die wachsende Konkurrenz belebt das Geschäft, wie die Vielzahl an Anbietern von 3D-Drucker in allen Preissegmenten zeigt. Der 3D-Drucker Fabrikator Mini aus dem Hause HobbyKing kostet zum Beispiel nur 160 Euro. Aber es geht auch noch günstiger: Mit Hilfe der Crowdfunding-Plattformen Indiegogo und Kickstarter hat ein kanadisches Unternehmen einen neuen Drucker entwickelt, der mit flüssigem Harz arbeitet. Wunderdinge sollten Nutzer vom einfach und schlicht konzipierten Peachy Printer wohl nicht erwarten. Dafür aber ist der Preis ist mit geplanten 100 Dollar wohl unschlagbar.

Bei einigen Anbietern gibt es auf 3D-Drucker zum Selberbauen - bei Fischertechnik zum Beispiel. Dort ist für rund 700 Euro der weltweit "erste 3D-Drucker aus einem Baukastensystem" erhältlich, wie das Unternehmen schreibt. Fischertechnik verkauft den Baukasten mit fast 900 Bauteilen des 3D-Drucker-Herstellers German RepRap GmbH.

Und mit der Vielzahl an Geräten wächst auch die Community, die sich gegenseitig mit Tutorials versorgt. Viele Internetseiten wie igo3d.com oder chip.de bieten sogar fertige Druckvorlagen für 3D-Druck-Einsteiger an.

Wie funktioniert ein 3D-Drucker?

Mit herkömmlichen Druckern haben 3D-Drucker nur wenig gemeinsam, es wird streng genommen auch gar nicht gedruckt, sondern dreidimensionale Teile aufgebaut. Mit SLS oder anderen Verfahren werden Kunststoffe, Metalle oder Keramiken mit einer Düse auf einer Arbeitsfläche aufgebracht und verschmolzen, wo sie aushärten. Was der User bauen möchte, muss er vorher als Modell am PC entwerfen und dann als Auftrag an den Drucker übermitteln. Schicht für Schicht entsteht dann das gewünschte Produkt.

Immer mehr Anwendungsgebiete

Dies hängt vor allem von der eigenen Kreativität des Nutzers ab. Sie können zum Beispiel Ersatzteile, Deko-Artikel oder Hobbyartikel und Spielzeug selbst herstellen. Die Vorlagen dazu gibt es im Internet. Für Architekten sind Miniaturmodelle von Bauprojekten interessant. Archäologen und Museologen könnten ganz einfach Kopien ihrer Fundstücke machen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Vor allem in der Industrie erhofft man sich in Zukunft viel vom 3D-Druck. So könnten in der Medizintechnik künftig Prothesen aus dem Drucker kommen. Oder im Automobilbau ließen sich damit seltene Ersatzteile einfach nachbauen lassen, statt sie vorzuproduzieren und einzulagern. Sogar Essen können 3D-Drucker heute schon zubereiten - geschmacklich mag das noch eine Herausforderung für den Gaumen sein, aber es zeigt wohin die Reise geht.