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Anzeige gegen Amoklauf-Anwohner: Jetzt meldet sich die Anklägerin zu Wort

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In der Nacht des Münchner Amoklaufs verbreitete sich sein Video rasend schnell im Netz: Thomas Salbey filmte sich, als er mit Ali S. sprach.

Salbey beleidigte er den 18-jährigen Deutsch-Iraner, der sogar mit der Waffe auf ihn zielte. Ali S. hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Menschen getötet.

Für die Beleidigungen wurde Salbey angezeigt.

Im Internet meldete sich jetzt eine Frau zu Wort, die behauptet, sie hätte die Anzeige erstattet. Die YouTuberin "Xscape" begründet ihren Schritt im Video, das ihr oben seht.

Die Frau behauptet, am 23. Juli Anzeige gegen Salbey erstattet zu haben. Einen Tag nach dem Amoklauf. Sie hält die Zuschauer dazu an, in einem solchen Fall die Flucht zu ergreifen und den Amokläufer "nicht zu provozieren."

"Dass der Amokläufer nach den Sprüchen weiter schoss, ist durch die kursierenden Videos belegt", sagt die YouTuberin. Laut eigenen Aussagen, so erzählt sie in dem Video, sei dabei auch ein Anwohner zu Schaden gekommen. Darin sieht sie sich in ihrem Vorwurf der Körperverletzung bestätigt.

"Ich habe wegen dem Grundtatbestand der Beleidigung angezeigt", erklärt sie weiter. Sie sieht ein öffentliches Interesse in der Strafverfolgung.

Sie weist darauf hin, dass sie auch gegen diejenigen Anzeige erstatten wird, die Ali S. im Vorfeld mobbten - sollte sie ihre Namen rausfinden.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wollte sich auf Nachfrage der Huffington Post nicht zur Identität des Anzeigenstellers äußern. Ob Xscape also wirklich hinter der Anzeige steht, ist unsicher.

Die Münchner Tageszeitung "tz" will derweil erfahren haben, dass das Verfahren gegen Salbey voraussichtlich eingestellt wird.

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