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8 Gründe, warum Fläschchen-Mütter kein schlechtes Gewissen haben müssen

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FLASCHE BABY
8 Gründe, warum Fläschchen-Mütter kein schlechtes Gewissen haben müssen | iStock
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Zum Thema Stillen hat jeder seine ganz eigene Meinung - Mütter werden entweder dafür kritisiert, dass sie ihre Kinder in der Öffentlichkeit stillen oder sie ernten vorwurfsvolle Blicke, wenn sie ihr Baby mit Fertignahrung füttern.

Im Endeffekt liegt die Entscheidung jedoch ganz allein bei dir.

Anlässlich der von UNICEF organisierten National Breastfeeding Week in Großbritannien möchten wir alle Mamas daran erinnern, dass sie sich von Kritikern nicht verrückt machen lassen sollten. Stattdessen solltest du einfach das tun, was für dich und dein Baby am besten funktioniert.

1. Es gibt kein Richtig oder Falsch

Auch wenn manche Leute dir das vielleicht weismachen wollen: Keine der beiden Alternativen ist besser oder schlechter. Im Exklusivinterview mit der Huffington Post UK sagte die Still- und Laktationsberaterin Vanessa Christie: "Es ist eine absolut persönliche Entscheidung, wie man sein Baby füttern möchte. Und sie sollte einzig und allein von den Müttern getroffen werden. "

2. Dein seelisches Wohlbefinden ist wichtiger als das Stillen

Laut einer Studie der Queen Mary University in London besteht bei Frauen, die ursprünglich stillen wollten und dies dann doch nicht taten oder konnten, ein erhöhtes Risiko für postnatale Depressionen.

Die Studie ergab, dass von frisch gebackenen Müttern meist erwartet wird, dass sie stillen. Wenn sie dann an diesen unrealistischen Erwartungen scheitern, kann das zu vermeidbaren psychischen Problemen führen.

3. Aus wissenschaftlicher Sicht haben beide Methoden ihre Vorteile

Ganz egal welche persönliche Meinung man zu dem Thema vertritt, gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass beide Methoden ihre Vor- und Nachteile haben.

Eine Studie des Brigham and Women's Hospital aus dem Jahr 2016 ergab, dass Babys einen höheren IQ hatten, wenn sie in den ersten 28 Tagen ihres Lebens gestillt worden waren.

Wissenschaftler der Norwegian University of Science and Technology fanden 2011 jedoch in einer Studie heraus, dass Stillen sich nicht so stark auf die Gesundheit der Kinder auswirkt, wie man zuerst annahm.

4. Nur du allein weißt, was für dich und dein Baby am besten ist

In einem Interview mit der britischen Tageszeitung "The Guardian" sagte die Stillexpertin Anastasia de Waal: "Eine Kampagne wie 'Breast Is Best', die Stillen als das einzig Wahre darstellt, kann bei Müttern die Vorstellung erwecken, dass sie ihr Baby nicht gut genug versorgen."

"Für manche Frauen ist Stillen die reinste Qual. Wenn sie auf diese Weise eine Beziehung zu ihrem Baby aufbauen, entsteht bei ihnen eher Verbitterung, als dass sie einen natürlichen Mutterinstinkt entwickeln."

5. Finanzielle und soziale Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle

Eine Studie der US Library of Medicine aus dem Jahr 2011 ergab, dass das Stillen meist dann frühzeitig eingestellt wird, wenn die Mütter arm und alleinerziehend sind (was bedeutet, dass sie in der Zeit direkt nach der Geburt keinen Partner haben).

6. Lass dich von der Meinung anderer nicht beeinflussen - tu nur das, was für dich richtig ist

Im Interview mit der HuffPost UK sagte Vanessa Christie: "Das alte afrikanische Sprichwort, 'um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf', ist vollkommen richtig. Da wir meist nicht mehr mit unseren nahen Verwandten in so einem 'Dorf' zusammenleben, ist es umso wichtiger für uns, dass wir emotional und praktisch von anderen Müttern aus unserem Freundeskreis unterstützt werden. "

7. Stillen funktioniert einfach nicht bei jedem

Die Bloggerin und Mutter Annie Ferguson Muscato berichtete in einem Beitrag ganz offen darüber, wie viel "Schmerz und Tränen" sie erleiden musste, weil sie ihre Tochter stillen wollte und dass sie in der Öffentlichkeit bloßgestellt wurde, als sie Babynahrung kaufte.

Muscato beschrieb es so: "Ich weinte, weil ich dachte, dass Stillen das einzig Wahre ist. Ich glaubte, dass mein Körper ihr etwas Wichtiges vorenthielt. Ich glaubte, dass sie nur mit Babynahrung nicht so gesund werden würde. Ich weiß, dass du glaubst, dass es mir egal ist oder dass ich faul bin, doch damit liegst du falsch.

Im Gegensatz zu dir weiß ich nämlich, dass Stillen eben nicht das einzig Wahre ist. Ich weiß, dass ein glückliches und gesundes Baby das einzig Wahre ist. Ich weiß, dass es allein darauf ankommt, dass mein Baby satt ist. "

8. Dein Baby wird so oder so satt

Fazit: Dein Baby wird durch keine der beiden Methoden verhungern.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post UK und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(juk)