Huffpost Germany

Sie brachte ihren Sohn in den Kindergarten - was sie dort sah, verschlug ihr den Atem

Veröffentlicht: Aktualisiert:
KINDERGARTEN
Kindergartenkinder müssen immer mehr können. | Screenshot
Drucken

Erwarten wir immer mehr von unseren Kindern? Definitiv ja. Das musste jetzt auch eine Mutter in Chattanooga im US-Staat Tennessee feststellen.

Als sie ihren Sohn in den Kindergarten brachte, bekam sie einen Flyer. Darin stand, was die Sprösslinge können müssen, wenn sie die Hamilton County Schools besuchen wollen, zu denen auch die Kita gehört.

Die fassungslose Mutter veröffentlichte den Flyer auf der Fotoplattform "Imgur" und schrieb dazu: "Die Hamilton County School hat unrealistische Erwartungen."

Hamilton County schools have unrealistic expectations.

Ist dein Kind bereit für den Kindergarten?

Kann es:

Den eigenen Namen schreiben?
Einen Stift richtig halten?
Richtig mit einer Schere schneiden?
30 oder mehr Buchstaben erkennen?
Anweisungen mit zwei oder drei Arbeitsschritten befolgen?
Ein Bild malen und etwas darüber erzählen?
Den vollständigen Namen sagen?
Mindestens bis zehn zählen?
Farben unterscheiden?
Einfache Formen erkennen?
Richtig ein Buch lesen (von links nach rechts, von oben nach unten, von vorne bis hinten)?

Der Mutter wurde klar: "Ich habe versagt, als es darum ging, meinen Sohn auf den Kindergarten vorzubereiten." Auch andere Eltern sind sprachlos in Anbetracht dessen, was man den Kindern zumutet.

Das einzig Komische, was sie an dem Flyer finden können, ist die Anforderung, 30 Buchstaben zu erkennen. Bei einem Alphabet mit 26 Buchstaben sicher keine leichte Aufgabe. Die Kommentatoren scherzen, unter diesen Voraussetzungen seien sie wohl selbst noch nicht reif für den Kindergarten.

Zündstoff auch in Deutschland

In deutschen Kindergärten wird ebenfalls immer mehr von den Kleinsten erwartet. Viele Tageseinrichtungen bieten Sprachkurse für kleine Kinder an - freies Spielen wird gerade bei einigen Eltern nicht so gerne gesehen. Der Druck setzt sich dann in der Grundschule fort.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.