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Brutale Attacke auf Polizisten in Kiel: 30 Schaulustige greifen nicht ein

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POLICE VIOLENCE GERMANY
In Kiel wurde ein Polizist brutal attackiert. (Symbolfoto) | Kai Pfaffenbach / Reuters
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  • In Kiel wurde ein Polizist von einer aggressiven Gruppe schwer verprügelt
  • Schaulustige sollen die brutale Attacke gefilmt haben
  • Die Polizei sucht nun nach Zeugen mit Videoaufnahmen

Statt dem Polizisten zu helfen, schauten sie einfach nur zu: Rund 30 Passanten haben in Kiel den brutalen Angriff auf einen Polizisten verfolgt, ohne einzugreifen.

Der 37-jährige Polizeiobermeister wurde in der Nacht zum Sonntag bei einer Kontrolle von einer aggressiven Gruppe verprügelt. Dabei erlitt er einen mehrfachen Nasenbruch, einen Bruch der Augenhöhle, einen Jochbeinbruch und einen Bänderriss am Fuß.

Nun werden Zeugen gesucht, die unmittelbar vor Ort waren und womöglich sogar Videomaterial der Tat besitzen. Denn der Polizist dürfte bei der Attacke auch mit Smartphones gefilmt worden sein, teilte die Polizei Kiel am Dienstag mit.

Auf die Aussagen der Zeugen beziehungsweise deren Videoaufnahmen seien die Ermittler nun angewiesen.

Debatte über härtere Strafen

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) verurteilte die Tat scharf und verlangt nun eine gesellschaftliche Debatte über mehr Respekt gegenüber Beamten.

Schärfere Gesetze seien dafür aber nicht der richtige Weg: "Strafverschärfungen haben zu null Veränderungen im Täterverhalten geführt", sagte Studt am Dienstag in Kiel.

Der Paragraf 113 des Strafgesetzbuchs, der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wie Polizisten regelt, wurde 2011 verschärft. Die Bundesländer Hessen und Saarland fordern angesichts zunehmender Gewalt gegen Polizisten allerdings eine weitere Verschärfung. Angriffe auf Beamte sollen danach mit bis zu sechs Monaten Haft bestraft werden.

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(pb)