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"King of Queens"-Star verliert unerwartet seine Frau - diese traurigen Worte richtet er an seine Fans

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PATTON OSWALT NAMARA
Patton Oswalt und Michelle McNamara. | Gregg DeGuire via Getty Images
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Patton Oswalt - vielen besser bekannt als Spence aus der Kultserie "King of Queens" - leidet immer noch an an dem Tod seiner Frau. Michelle McNamara wachte eines morgens einfach nicht mehr auf - das ist 102 Tage her.

Der Schauspieler versucht jetzt, seinen Schmerz in Worte zu fassen. Und schrieb einen herzergreifenden Brief - über Trauer, Depressionen und darüber, womit er die letzten 102 Tage verbrachte.

Das sind bewegendsten Passagen seines Posts:

"Danke, Trauer.

die 102 Tage der Trauer und des Verlustes fühlen sich an wie 102 Jahre. Dir wird es nicht besser gehen. Du wirst dich nicht weiser fühlen. Du wirst mit nichts abgeschlossen haben. Du wirst keine Perspektive oder ein neues Ich haben. Du wirst merken, wie viel Angst du hast, wie erschöpft du bist. Und du denkst auf einmal anders über Zufälle und Willkürlichkeit und den Horror dieses Universums.

Und...

Deine Familie und deine Freunde zeigen dir ganze neue Level - in Nächstenliebe, Gnade und Intelligenz. Sie werden auf eine Art für dich da sein - psychisch und körperlich - die dazu führt, dass du dir selbst sagst: "Vergiss nicht, das Gleiche auch irgendwann einmal für wen anders zu tun." Fremde werden dir rührende Nachrichten auf Facebook und Twitter schreiben oder irgendwie deine Adresse herausfinden und dir Briefe schreiben, die du immer und immer wieder lesen wirst - weil du nicht glauben kannst, wie sehr sie dir helfen. Und was, wenn du Kinder hast? Du würdest dir wünschen, du wärst in ihrem Alter. Denn die Art, wie sie mit Verzweiflung und Freude umgehen, sind von so reiner Natur, dass du auch gerne wieder so wärst. Und diesen Umgang damit, nach all den Jahren des Zynismus und der Ironie, gerne erreichen würdest.

Verliere deine kalte Art und du wirst gerettet.

Michelle McNamara wurde vor 102 Tagen von dieser Erde gezerrt. Sie hinterlässt ein tolles, unfertiges Buch über eine schreckliche Mordserie, die sie - da sind sich auch die Kommissare, mit denen sie zusammen arbeitete, sicher - gelöst hätte. Der Golden State Killer. Sie hat ihm diesen Namen in einem Artikel für das Los Angeles Magazin gegeben. Sie war drauf und dran, seinen richtigen Namen herauszufinden.

Sie hinterlässt Alice, ihre 7-jährige Tochter. Aber erst, nachdem sie Alice ihre besten Eigenschaften hinterließ.

Und sie hat mich zurückgelassen. Seit 102 Tagen.

Ich war am Ende und wochenlang wie eingefroren. 102 Tage später kann ich voller Zuversicht sagen, dass ich einen Punkt erreicht habe, an dem ich krieche. Und das ist eine Verbesserung. Vielleicht werde ich in weiteren 102 Tagen wieder gehen können.

Alle übrige Energie, die ich seit dem 21. April hatte, habe ich in Michelles Buch gesteckt. Viele beeindruckende Menschen halfen mir dabei. Das Buch wird erscheinen. Und es ist alles ihre Arbeit. Wir haben bloß zusammen gefügt, was bereits da war. Es ist beeindruckend.

Ich werde bald wieder anfangen, Witze zu erzählen. Und zu schreiben. Und zu schauspielern und Dinge zu tun, die ich mag. Mit Freunden an Projekten arbeiten und all die Dinge zu machen, die mir immer so viel Freude bereitet haben, bevor die Luft um mich herum Feuer gefangen hat und die Sonne gestorben ist. Das ist alles, was ich kannte, bevor ich Michelle traf. Ich weiß nicht, was ich sonst noch machen könnte - jetzt wo sie nicht mehr da ist.

Und nicht, weil Michelle gewollt hätte, das ich es tue. Ich würde niemals behaupten, dass ich weiß, was Michelle für mich gewollt hätte - denn das wäre einfach nur arrogant. Das war einer der Punkte, wieso ich mich so sehr darauf freute, mit ihr alt zu werden. Weil sie mich immer überraschte. Weil ich nie wusste, was sie denkt oder in welche Richtung sie gehen würde.

Okay, ich werde bald wieder lustig sein. Was für eine Option habe ich denn auch? Wir scheinen alle in einem Sumpf aus Alpträumen zu leben und die Realität scheint in einer Todesspirale festzuhängen. Wir werden alle von hasserfüllten Wahnsinnigen, die dafür sorgen sollen, dass unser Planet in Vergessenheit gerät, in ein Schattenreich verschleppt.

Hey, da ist das Lachen, das ich so vermisst habe!"

Der emotionale Post wurde knapp 30.000 Mal geteilt.

Michelle McNamara verstarb am 21. April 2016 völlig unerwartet im Schlaf. Sie und Patton Oswalt haben eine gemeinsame Tochter. In dem ersten Interview nach dem Tod seiner Frau, sagte der Seriendarsteller gegenüber dem Online-Portal "VIP":

"Ich wäre sehr glücklich, wenn Alice 80 Prozent von Michelle in sich hätte und nur 20 Prozent von mir."

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Wenn du eine Tochter hast, nimm dir drei Minuten Zeit, um dieses Video zu sehen

(ben)