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Studie: Menschen, die keinen Alkohol trinken, sterben früher

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DRINKING HAPPY
Ein Gläschen in Ehren sollte man sich nicht verwehren. | Stanislaw Pytel via Getty Images
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Gute Nachrichten für alle Hobby-Trinker: Kein Alkohol ist auch keine Lösung. Was der völlige Verzicht auf Bier und Wein mit deinem Körper anstellt, haben jetzt amerikanische Forscher herausgefunden.

Das Glas Wein mit der netten Kollegin oder das Fässchen Bier, das bei der letzten Gartenparty von Freunden angestochen wurde – spätestens am nächsten Morgen bereuen wir meist, dass wir zu tief ins Glas geschaut haben.

Durch dröhnende Kopfschmerzen und einen flauen Magen gibt uns unser Körper zu verstehen: "Lass die Finger vom Alkohol, die Trinkerei tut dir nicht gut.“

Und bisher schien die Faktenlage klar, denn Alkoholiker haben nicht nur eine deutlich geringere Lebenserwartung als ihre trockenen Zeitgenossen: Alle zehn Sekunden stirbt ein Mensch durch die direkten Folgen seines Alkoholkonsums. Das waren im Jahr 2012 weltweit rund 3,3 Millionen Menschen.

(Text geht unter dem Video weiter)

Was einer Frau passierte, die ein Jahr keinen Alkohol trank, seht ihr im Video

Gelegenheitstrinker leben länger

Doch wer jetzt mit dem Gedanken spielt, die Finger gänzlich vom Gin Tonic zu lassen, der sei gewarnt. Wie amerikanische Forscher jetzt herausgefunden haben, wäre es fast schon fatal, völlig auf Alkohol zu verzichten.

In einer breit angelegten Studie kamen die Mitarbeiter der University of Texas nämlich zu einem bahnbrechenden Ergebnis.

Demnach sterben Menschen, die gar keinen Alkohol trinken, früher als Gelegenheitstrinker. Über 20 Jahre hatten die Wissenschaftler die Daten von insgesamt 1824 Teilnehmern ausgewertet.

In dieser Zeitspanne starben 41 Prozent der Gelegenheitstrinker vorzeitig - und bei den Menschen, die ganz auf Alkohol verzichtet hatten, waren es sogar 69 Prozent, die ihre durchschnittliche Lebenserwartung nicht erreichten.

Doch das war nicht die einzige Überraschung, die die Studie zu Tage förderte. Selbst bei Alkoholikern lag die Rate des vorzeitigen Todes mit 60 Prozent immer noch unter dem der Nicht-Trinker.

Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, hatten die Forscher andere lebensverlängernde Faktoren herausgerechnet. Das heißt, es spielte keine Rolle bei der Untersuchung, wie viel Sport sie trieben, wie zufrieden sie mit ihrem Leben waren oder wie viel sie verdienten.

Ist Alkohol der Schlüssel zum erfüllten Sozialleben?

Dennoch waren die Forschungsergebnisse eindeutig: Alkohol scheint das Leben zu verlängern. Den Grund für diese Tatsache konnten sich die Wissenschaftler auch nicht vollständig erklären.

Sie gehen in ihrer Interpretation der Studie davon aus, dass Menschen gerne in Gesellschaft trinken und deswegen in der Regel ein erfüllteres Sozialleben vorweisen können.

Doch die Forscher warnen davor, ihre Ergebnisse als Freifahrtschein für den nächsten Vollrausch zu missbrauchen - die negativen Auswirkungen von Alkohol auf die Gesundheit sind weiterhin nicht von der Hand zu weisen.

In Deutschland wird empfohlen, dass Männer nicht mehr als 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein pro Tag zu sich nehmen sollten. Bei Frauen gilt die Empfehlung für die halbe Menge.

Auch Christoph Teich, Leiter der Münchner Suchtberatungsstelle, sieht keinen "vernünftigen Grund, Alkohol aus Gesundheitsgründen zu trinken.“ Stattdessen warnt er vor den körperlichen Folgen: "Was in der Bevölkerung immer noch zu wenig bekannt ist, ist, dass Alkohol für einen großen Teil der Krebserkrankungen verantwortlich ist. Auch Herzprobleme und vieles andere sind auf Alkohol zurückzuführen. Alkohol ist ein Zellgift"“

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(lm)