Huffpost Germany

"Sind sehr beunruhigt": Griechenland fordert Alternative zum Flüchtlingspakt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GREECE
"Sind sehr beunruhigt": Griechenland fordert Alternative zum Flüchtlingspakt | Alkis Konstantinidis / Reuters
Drucken

Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Türkei den Flüchtlingspakt mit der EU aufkündigt. Das Problem: Europa hat bisher keinen Plan B, was in diesem Fall passieren soll.

Was zum Beispiel würde geschehen, wenn wieder Zehntausende Flüchtlinge täglich nach Griechenland kämen?

Griechen fordern Alternative zum Flüchtlingspakt

Das fragen sich auch die Griechen derzeit. Und fordern deshalb einen Alternativplan, im Falle, dass der Flüchtlingsdeal scheitert.

Die EU müsse sich Gedanken machen für den Fall, dass die Türkei ihre Grenzen für Flüchtlinge wieder öffne, sagte Migrationsminister Yiannis Mouzalas der "Bild"-Zeitung. "Wir sind sehr beunruhigt. Wir brauchen in jedem Fall einen Plan B."

Steinmeier will keinen Plan B

Über solch einen Plan B wollte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)nicht einmal laut nachdenken.

Er sagte der "Rheinischen Post" vom Dienstag: "An den Spekulationen über mögliche Plan-B-Szenarien beteilige ich mich nicht. Wir sollten uns an das halten, was vereinbart worden ist."

Bisher kaum Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei zurückgekommen

Das Problem: Das, was vereinbart wurde, funktioniert derzeit nicht.

Der EU-Flüchtlingspakt sieht vor, dass illegal in Griechenland eingereiste Flüchtlinge und Migranten zurück in die Türkei geschickt werden. Für jeden zurückgeschickten syrischen Flüchtling darf seit dem 4. April ein anderer Syrer aus der Türkei legal und direkt in die EU einreisen.

Griechenland würde die Hauptlast einer neuen Flüchtlingswelle tragen

Bis zu 72.000 Menschen könnten auf diese Weise Aufnahme in Europa finden - das war zumindest die Idee.

Allerdings sind, seit das Flüchtlingsabkommen zwischen der Türkei und der EU gilt, nur rund 849 Flüchtlinge von Griechenland in andere EU-Länder umgesiedelt und 468 in die Türkei zurückgeschickt worden. Aus der Türkei kommen kaum Flüchtlinge nach Europa.

Wie eine Alternative zum Flüchtlingspakt derzeit aussehen könnte, weiß in der EU niemand. Sicher ist: Die Balkanroute ist derzeit dicht, eine neue Welle von Flüchtlingen würde in Griechenland enden. Kein Wunder, dass die Politiker des Landes langsam panisch werden, je mehr die Krise mit der Türkei eskaliert.

Auch auf HuffPost:

„ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun“ - Ein Experte findet klare Worte

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(sk)