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Ernährung: Diese Menschen sollten weniger tierisches Eiweiß essen

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EATING SAUSAGE
Wer raucht und Übergewicht hat, sollte weniger tierische Eiweiße wie zum Beispiel in Wurst zu sich nehmen | Kirk Mastin via Getty Images
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  • Ernährungsstudie zeigt Beziehung zwischen Eiweiß-Einnahme und Sterberisiko
  • Bei gesundheitlichen Risikofaktoren im Leben, solltet ihr pflanzliche Proteine favorisieren

Wer raucht und Übergewicht hat, sollte auf seine Ernährung achten. Forscher raten diesen Menschen daher mehr pflanzliche Proteine zu sich nehmen. Denn tierische Eiweiße zum Beispiel in Fleisch und Eiern waren in zwei Langzeitstudien Studie mit einem höheren Sterberisiko verbunden. Und das gilt demnach vor allem für Menschen mit weiteren gesundheitlichen Risikofaktoren.

Entsprechende Ergebnisse veröffentlichten Mingyang Song von der Harvard Medical School in Boston, USA, und Kollegen jetzt im Fachmagazin "Jama Internal Medicine".

Bereits frühere Untersuchungen hätten der Mitteilung der Harvard Medical School zufolge auch gezeigt: Es sei gesund, Kohlenhydrate durch Proteine zu ersetzen. Aber: "Die einzelnen Lebensmittel, die Menschen zu sich nehmen, um an Proteine zu gelangen, sind ebenso wichtig."

In der Studie waren die wichtigsten Quellen für tierisches Eiweiß verarbeitetes und unverarbeitetes Rinder- und Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Milchprodukte, Fisch und Eier. Pflanzliches Eiweiß stammte vor allem aus Brot, Getreide, Nudeln, Nüssen, Bohnen und Hülsenfrüchten. Eiweiß ist eben nicht gleich Eiweiß.

Forscher werteten Daten von über 130.000 Probanden aus

Die Forscher nutzten die Daten von zwei Langzeitstudien, die die Gesundheit und die Ernährungsgewohnheiten von Berufstätigen im Gesundheitssektor aufzeichneten. Sie werteten die Datensätze von 85.013 Frauen und 46.329 Männern aus.

Für die Frauen waren Daten von 1980 bis 2012 verfügbar, für die Männer von 1986 bis 2012. Die Probanden berichteten in einem Fragebogen alle zwei Jahre über ihren Lebensstil und ihre Gesundheit. Alle vier Jahre gaben sie detailliert über die Lebensmittel Auskunft, die sie durchschnittlich zu sich nahmen.

Während der Langzeitstudien starben 36.115 der Teilnehmer - 8851 durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 13.159 durch Krebs und 14.105 durch andere Ursachen.

Die Forscher setzten die Ernährungsdaten in Bezug zu den Todesursachen und fanden einen Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Menge an tierischem Protein und dem Sterberisiko. Bei Übergewichtigen und denen, die viel Alkohol tranken, war der Zusammenhang besonders ausgeprägt.

Sterberisiko sinkt, wenn man mehr pflanzliche Eiweiße isst

Das Team errechnete auch, wie sich Zu- und Abnahme von tierischen und pflanzlichen Proteinen in der Ernährung auf das Sterberisiko auswirkt. Nach der Bereinigung der Risikofaktoren aus Lebensstil wie Zigaretten, Alkohol, Übergewicht, Bewegung und Ernährung ergab sich für den Studienzeitraum die Erkenntnis:

  • Wenn der Anteil an tierischem Protein um zehn Prozent im Verhältnis zur gesamten Kalorienaufnahme zunimmt, erhöht sich das Sterberisiko allgemein um zwei Prozent - und das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, sogar um acht Prozent.
  • Im Gegensatz dazu sinkt das Sterberisiko um zehn Prozent, wenn drei Prozent mehr pflanzliches Protein in der Nahrung enthalten sind.

Studie: Besser auf Wurst und Ei verzichten

Noch deutlicher sind die Zahlen, wenn ein Teil der aufgenommenen tierischen Proteine auf pflanzliche ersetzt werden. Dabei lohnte sich insbesondere die Nahrungsumstellung von verarbeitete Rinder- und Schweinefleisch wie zum Beispiel Würstchen und Ei auf pflanzliche Proteine.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Leute in Betracht ziehen sollten, mehr pflanzliche Proteine zu essen", sagt Song. "Wenn sie unter den Quellen für tierisches Protein auswählen, sind Fisch und Hühnchen sicherlich die bessere Wahl."

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Fleischverzehr birgt ein Gesundheitsrisiko

Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke bestätige die Forschung mit Langzeitdaten. "Zwei renommierte Langzeitstudien stellen die Grundlagen dar und die statistische Analyse und Auswertung sind sehr umsichtig vorgenommen worden", sagt Boeing, der mit seinem Institut an der Forschung beteiligt war.

"Die Studie zeigt, dass Pflanzen eine sehr gute Eiweißquelle sind und dass zu den ökologischen Problemen der Fleischproduktion auch noch ein Gesundheitsrisiko beim Fleischverzehr hinzukommt."

Auch Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, hält die zugrunde liegenden Erhebungen für "wissenschaftlich sehr gut gemacht".

Allerdings sei fraglich, ob die Ergebnisse auf die Allgemeinbevölkerung übertragbar sind, weil alle Probanden im medizinischen Umfeld berufstätig seien. "Gegenwärtig empfehlen einige Experten eine hohe Proteinzufuhr, unter anderem als Maßnahme zur Gewichtsreduktion. Allerdings sind die Langzeiteffekte einer solchen Ernährung nicht bekannt." Hier gebe die Studie wichtige Hinweise auf gesundheitliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Proteinquellen.

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