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Erdogan-Fans in den eigenen Reihen werden für die CDU zum Problem

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MERKEL
MUNICH, GERMANY - JULY 31: German chancellor Angela Merkel attends a memorial service for the victims of last week's shooting spree that left nine victims dead on July 31, 2016 in Munich, Germany. David Ali Sonboly, an 18-year-old German of Iranian descent, killed nine people in a shooting spree near and in a shopping center before killing himself in a park. Investigators have found evidence Sonboly found inspiration in the 2011 mass shooting in Norway by Anders Breivik. (Photo by Johannes Sim | Johannes Simon via Getty Images
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  • CDU-Mitglieder sorgen sich um Erdogan-Fans in den eigenen Reihen
  • Das Problem verrät viel über den Zustand der Partei

In der CDU geht die Angst vor Erdogan-Fans in den eigenen Reihen um.

Am Sonntag wurde ein Papier publik, in dem Mitglieder vor dem Einfluss von türkisch-nationalen CDUlern warnen.

In der HuffPost schlägt Ali Yildiz Alarm, Sprecher des christlich-alevitischen Freundeskreises der Partei. Er schreibt in einem Gastbeitrag von "Rassimus in einer demokratischen Partei".

Und die CDU-Politikerin Erika Steinbach fordert in der Huffington Post eine "Anti-Scharia-Erklärung von Neumitgliedern".

Wird die CDU zu einem Vehikel für türkisch-deutsche AKP-Fans?

CDU warb jahrelang um konservative Muslime

Fakt ist: Die CDU hat offensiv um konservative Muslime geworben. Neuer Mitglieder und Stimmen wegen - aber auch, um Deutschen mit türkischen Wurzeln eine politische Heimat zu bieten.

Darunter waren auch jene, die Erdogan in ihren Ansichten extrem nahe standen und noch stehen. Vermutlich näher, als das Parteichefin Merkel lieb ist. Wie Betül Ulusoy aus Berlin, die die Lynchjustiz nach dem Putschversuch in der Türkei verteidigte. Nun berät die Junge Union über einen Rauswurf.

Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass diese Menschen zu Hunderten, wenn nicht sogar Tausenden in der CDU sind. In manchen westlichen Bundesländern hat man das Problem jahrelang verschlafen.

Die aber alle rauszuwerfen, ist technisch gar nicht möglich. In der Partei gibt es kein Register, wer welcher Organisation angehört.

Fakt ist auch: Das Problem hat nicht nur die CDU.

Erst gestern wurde bekannt, dass der Veranstalter der Pro-Erdogan-Demo in Köln SPD-Mitglied war.

Und 2011 schlugen Aleviten in der SPD Alarm, dass sie sich von radikalen Türken in der eigenen Partei bedroht fühlen.

Parteien müssen Mitglieder von eigenen Werten überzeugen

Die Parteien müssen das Problem angehen. SPD und CDU ist es offensichtlich noch nicht gelungen, alle Mitglieder von den eigenen Werten zu überzeugen.

Und wenn das nichtmal bei den eigenen Leuten gelingt, wie soll es dann mit dem Rest der Bevölkerung klappen?

Als selbstbewusste Volksparteien sollten CDU und SPD die Herausforderung durch Erdogan-nahe Mitglieder als Chance begreifen.

Sie müssen jetzt versuchen, diese Mitglieder zu Überläufern zu machen – Überläufer zu ihren eigenen demokratischen Grundwerten.

Wenn man Erdogan-Fans von unseren demokratischen Grundwerten nichtmal in einer demokratischen Partei überzeugen kann, wo dann?

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(ben)