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Bennu: Die Nasa untersucht einen Asteroiden, der die Erde zerstören könnte

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  • Der Asteroid Bennu könnte auf der Erde einschlagen
  • Die Folgen für Natur und Zivilisation wäre katastrophal
  • Die Nasa erforscht Bennu deshalb mit einer Sonde
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Bennu heißt er, hat einen Durchmesser von 510 Metern und rast mit über 100.000 Stundenkilometern durch das All.

Bennu klingt ganz niedlich, aber manche bezeichnen ihn auch als "Armageddon-Asteroid". Denn Bennu kommt der Erde immer näher. Und eines Tages könnte er einschlagen.

Sein Aufprall würde einer Explosion von drei Milliarden Tonnen Sprengstoff gleichkommen – eine Detonation, zweihundertmal heftiger als die abgeworfene Atombombe über Hiroshima 1945.

Sonde soll Bennu untersuchen

Deshalb schickt die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa am 8. Oktober die Sonde Osiris-Rex in den Weltraum, um genau diese Katastrophe zu verhindern. Osiris-Rex soll Bennu 2018 erreichen und ihn dann durch Aufnahmen erfassen.

Ganz nah an der Oberfläche des riesigen Brockens soll die Sonde zudem ein Stück des Asteroidengesteins entnehmen und dann zurück zur Erde fliegen. 2023 würde die Reise der Sonde dann enden.

Die Forscher der Nasa erhoffen sich dadurch viel über Bennu zu lernen. Denn der Asteroid ist nicht nur ein gefährlicher Klotz, sondern auch ein Zeitzeuge des Sonnensystems und könnte Aufschlüsse über den Jarkowsky-Effekt geben. Dieser erklärt den Einfluss zwischen der Temperatur der Oberfläche eines Asteroiden und dessen Laufbahn.

Wissen die Forschern mehr über die Temperatur Bennus, könnte seine Laufbahn womöglich entscheidend verändert werden. Denn Bennu hat seine Laufbahn seit 1999 um rund 160 Kilometer in Richtung der Erde verschoben.

Der Asteroid könnte gefährlich werden

Im Gespräch mit der britischen Zeitung "Sunday Times" sagt Dante Lauretta, die Versuchsleiterin bei der Nasa, dass die immer enger werdende Umlaufbahn Bennus potenziell gefährlich werden könnte.

Nach den Nasa-Berechnungen würde Bennu 2135 schließlich zwischen der Erde und dem Mond verlaufen. Die Verschränkung der jeweiligen Gravitationsfelder würde Bennu noch weiter auf die Erde zusteuern lassen.

So heftig die Auswirkungen bei einem Crash auch sein könnten, besteht bisher aber kein Grund zur Sorge. Die Forscher der Nasa sind zuversichtlich und erhoffen sich wichtige Erkenntnisse durch die Kartografie des Asteroiden.

Passend zum Thema: NASA TV: Live-Stream aus dem Weltall

Auch Carl Hergenrother, Astronom an der US-Universität Arizona, sieht großes Potential in der Erforschung des Asteroiden: "Wir hoffen, dass Bennu keine Gefahr, sondern eine Art Zeitmaschine ist, die uns viele Informationen über die Geschichte des Sonnensystems liefert."

Vorerst wird Bennu weiterhin alle sechs Jahre an der Erde vorbeifliegen. Von einem "Angst"- und "Armaggedon-Asteroiden" ist er wortwörtlich noch weit entfernt.

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(cho)