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Nach Anschlägen in Bayern: Kein Friedhof will die Terroristen bestatten

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ANSBACH
Für die Attentäter von Ansbach und Würzburg ist bisher keine Bestattung geplant. | Lennart Preiss via Getty Images
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  • Bisher ist unklar, wo die Attentäter von Ansbach und Würzburg begraben werden sollen
  • Friedhöfe weigern sich, die beiden Täter zu begraben
  • Auch der Zentralrat der Muslime steht einer Beerdigung kritisch gegenüber

Kein Grab für die Attentäter von Ansbach und Würzburg? Friedhöfe weigern sich, die Leichen der beiden jungen Männer Mohammad Daleel, dem Attentäter von Ansbach, und Riaz Khan Ahmadzai, dem Attentäter von Würzburg, zu bestatten.

Auch auf einem islamischen Friedhof könnte das Begräbnis scheitern. Da es einen solchen Fall in Bayern bisher nicht gegeben habe, sei derzeit noch unklar, wie sich die muslimischen Gemeinden verhalten werden. Das sagte Mohamed Abu El Qomsan, der Bayern-Beauftragte des Zentralrats der Muslime, der Nachrichtenagentur dpa.

"Sollte aber an islamische Gemeinden in Bayern die Bitte herangetragen werden, einen Selbstmordattentäter zu beerdigen, dann wird es bei den Vorständen sicherlich eine große Diskussion darüber geben", ist Abu El Qomsan überzeugt.

Er selbst sei der Auffassung, dass Attentätern sowohl ein Begräbnis auf einem islamischen Friedhof als auch eine islamische Zeremonie verweigert werden sollte. In solchen Fälle bleibe den Angehörigen nur die Möglichkeit, den Toten auf einem öffentlichen Friedhof beizusetzen.

Leichen sind noch nicht freigegeben

Wann es in beiden Fällen zu einer Bestattung kommen könnte, war zunächst noch unklar. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte der dpa, die Leichen der beiden jungen Männer seien von den Ermittlern noch nicht freigegeben. Wann dies der Fall sein werde, konnte sie noch nicht sagen.

Das Landratsamt Würzburg beschäftigt sich dennoch mit dem Thema. Derzeit müsse geklärt werden, was mit den sterblichen Überresten des 17 Jahre alten Flüchtlings Riaz Khan Ahmadzai geschehen könnte, sobald diese freigegeben sind. Zu klären sei dann, wo und nach welchen Kriterien bestattet wird und wer die Kosten übernimmt.

Würzburg-Attentäter nach Afghanistan?

Möglicherweise gebe es auch eine Familie, die den Leichnam in das Heimatland des Jugendlichen zurückholen wolle. Sollte dies nicht der Fall sein, müsse sich voraussichtlich das Landratsamt um eine Bestattung kümmern.

Zwei mutmaßliche Angehörige des Würzburger Attentäters hatten sich bei der deutschen Botschaft in Kabul gemeldet und eine Überführung der Leiche nach Afghanistan beantragt.

Dies sagte der leitende Würzburger Oberstaatsanwalt Bardo Backert in der vergangenen Woche. Der 17-Jährige galt zunächst als Afghane. Später wurden an seiner Nationalität jedoch Zweifel laut.

Zum Fall des Bombenattentäters von Ansbach konnte eine Sprecherin der Stadt zunächst nichts zu Überlegungen zu einer Bestattung sagen.

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(pb)