Huffpost Germany

Dieser Mann beleidigte den Amokläufer von München - dafür kassiert er jetzt eine Anzeige

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Am 22. Juli erschoss Ali S. in dem Münchner Einkaufszentrum OEZ insgesamt 9 Menschen und verletzte zahlreiche weitere. Anschließend verschanzte er sich auf einem Hausdach.

Thomas Salbey hatte von seinem Balkon einen guten Blick auf den Amokläufer. Er beschimpfte den 18-Jährigen, der seine Waffe auf ihn richtete (im Video oben zu sehen und hören).

Psychologen lobten seinen Eingriff, denn er könnte deeskalierend gewirkt haben. Dennoch bringt die blitzschnelle Reaktion des Anwohners ihm jetzt Ärger ein.

Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahre

Wie die Münchner Tageszeitung "tz" erfahren hat, wurde gegen den Mann Anzeige wegen Beleidigung erstattet - das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I der Zeitung.

Wer gegen den Salbey Anzeige erstattete, wird derzeit geklärt. Die Anklage könnte eines "Beleidigung zum Nachteil eines Toten" lauten, wie die "tz" schreibt.

In dem dazugehörigen Paragrafen 189 des Strafgesetzbuches heißt es: "Wer das Andenken eines Verstorbenen verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft".

Amokläufer verherrlichte Anders Breivik

Der 18-jährige Deutsch-Iraner Ali S., der Jugendliche gezielt zum Ort des Amoklaufs lockte, soll der rechtsextremen Szene angehört haben. Er verherrlichte unter anderem den Attentäter von Winnenden und den Amokläufer Anders Breivik.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

So reagierte der Vater des Amokläufers, als er seinen Sohn erkannte