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Mit diesem Konzept eines dänischen Verlags könnte Bildung in Südafrika zugänglicher werden

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STUDENTEN SUEDAFRIKA
Die Studentenproteste im Oktober 2015 zeigten, wie unzufrieden die Studenten mit dem Bildungssystem in Südafrika sind | Getty
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Starke Qualitätsunterschiede, schlechte materielle Ausstattung und ein genereller Mangel an Lehrkräften: So bewertet das Auswärtige Amt die aktuelle Situation des Bildungssystems in Südafrika.

Viele - meist schwarze - Studenten können die Studiengebühren nur schwer stemmen. Sie fordern einen demokratischeren, fairen Zugang zu Bildung durch ein kostenloses Hochschulsystem.

Was die Regierung unter Südafrikas Präsident Jacob Zuma bisher noch nicht umsetzen konnte, könnte Studenten zukünftig - zumindest zu einem kleinen Teil - von anderer Seite geboten werden. Das zeigt das Konzept eines deutsch-dänischen E-Book-Verlags.

Kostenloses Lehrmaterial - finanziert durch Werbekunden

Bookboon, 2005 von den Brüdern Kristian und Thomas Buus Madsen gegründet, hat ein Geschäftsmodell entwickelt, von dem heute sowohl der Verlag selbst, als auch Studenten auf der ganzen Welt profitieren.

Das Konzept ist simpel: Bookboon stellt elektronische Lehrbücher, sowie Bildungs- und Weiterbildungsmaterial für Studenten weltweit komplett kostenlos zur Verfügung. Nach der Anmeldung auf der Website des Unternehmens kann das Material mit ein paar Klicks als PDFs auf ein Smartphone, Tablet oder einen Computer gedownloadet werden.

Finanziert wird das kostenlose Angebot über Werbekunden. Diese schalten Anzeigen auf der Website des Verlags und haben so gleich die Möglichkeit eventuell die Ausbildung potenzieller zukünftiger Mitarbeiter mitzufinanzieren - so die Idee.

Virtuelle Bibliothek mit tausenden Lehrbüchern

Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Bookboon ist mittlerweile der größte Ebook-Anbieter weltweit und konnte renommierte Werbekunden wie Siemens, Lufthansa und Eon für sich gewinnen. Auf der anderen Seite haben Studenten weltweit kostenlos Zugang zu einer virtuellen Bibliothek mit tausenden Lehrbüchern.

Besonders im Fokus des Unternehmens: Südafrika. Besonders hier nutzen viele Studenten das Angebot. Laut Informationen des Verlags sollen allein im letzten Jahr rund fünf Millionen Südafrikanerinnen und Südafrikaner von dem kostenlosen Lehrmaterial profitiert haben - Tendenz steigend.

"Kostenloser Zugang zu E-Books ist für die Studenten Gold wert", bewertet Stig Jensen vom Zentrum für Afrikanistik der Universität Kopenhagen in einem Artikel für die dänische Nachrichtenseite "Business.dk" das Konzept des Verlags. "In vielen afrikanischen Bibliotheken sind die Regale leer".

Wie groß die Unzufriedenheit der Studenten im Land ist, zeigten die wutentbrannten Studentenproteste gegen eine geplante Erhöhung der Studiengebühren im Oktober letzten Jahres.

Auch wenn die Auswahl des Verlags noch zu klein ist, um die großen Defizite des afrikanischen Bildungssystems ausgleichen zu können. Das Konzept ist ein Hoffnungsschimmer - und zeigt, wie Unternehmen gleichzeitig die Gesellschaft verbessern und selbst Profit machen können.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

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(lp)