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Mondpreis-Verbot, Räumungsverkauf, Prämienkarten: Diese Dinge müsst ihr über Rabattaktionen wissen

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RUMUNGSVERKAUF
dpa
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Was bringen Rabattaktionen im Handel wirklich? Das ZDF-Verbrauchermagazin „Wiso“ hat verschiedene Angebote getestet.

Das Ergebnis: Es gibt Schnäppchen. Aber... Kunden müssen die Endpreise abseits allen Rabattgeschreis vergleichen und das Kleingedruckte lesen. Sonst zahlen sie nicht nur mit Geld drauf. Sondern mit Privatsphäre.

1. Räumungsverkauf, Sommerschlussverkauf, Winterschlussverkauf

Wer als Kunde etwas von Räumungsverkauf mit hohen Rabatten liest, denkt normalerweise, das Geschäft schließe. Tatsächlich können Geschäfte aber aus allen möglichen Gründen so einen Verkauf mit Rabatt starten - selbst, wenn sie nur ihr Logo ändern.

Zwei Einschränkungen gibt es aber:

Wie Peter Brammen von der Wettbewerbszentrale Hamburg in „Wiso“ erklärt, darf der Händler den Kunden nicht über den Anlass der Aktion täuschen. Um skurrile Begründungen zu vermeiden, kann der Händler aber auch einfach darauf verzichten, irgendeinen Grund zu nennen.

Außerdem darf der Händler keine Mondpreise angeben: Er darf also nicht einen hohen Preis, den er für das Produkt tatsächlich nie verlangt hat, durchstreichen, und durch einen niedrigeren ersetzen.

Das Mondpreis-Verbot gilt auch für den Saisonverkauf. Der war bis 2004 genau reglementiert, nur in einem bestimmten Zeitraum durften Händler Saisonware zu hohen Rabatten verkaufen.

2. Personalisierte Rabatt- oder Kundenkarten wie von Payback

Wer ein solches System nutzt, legt an der Kasse verschiedener Läden eine personalisierte Karte vor. Abhängig vom Einkauf wird eine bestimmte Anzahl Punkte gutgeschrieben.

Der Kunde bekommt bei einem späteren Einkauf Rabatt oder kann die Punkte zusammen mit einer Zuzahlung nutzen, um eine Prämie zu bekommen.

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Hier haben die Tester von „Wiso“ viele Nachteile aufgedeckt: Die Prämien von Marktführer Payback waren teils stark überteuert. Teils mussten die Punktesammler mehr Geld zuzahlen, als sie für die Prämie – etwa ein Navi – im normalen Handel hätten ausgeben müssen.

Und das, obwohl sie auch noch für Hunderte Euro einkaufen mussten, um die nötigen Punkte dafür zu sammeln.

Außerdem lassen sich aus den Listen der eingekauften Produkte, die die Anbieter speichern, Rückschlüsse auf die Person ziehen. Wie schädlich das ist, hängt vom Datenschutz des Unternehmens ab.

Gelangen solche Daten etwa in die Hände einer Krankenversicherung, die sieht, wie viel Zuckerzeug jemand einkauft, könnte die Versicherung einen höheren Beitragssatz verlangen.

Die Verbraucherzentrale warnt: wer Wert auf Datenschutz legt, solle die Finger von solchen Karten lassen.

3. Rabattkarten ohne Personalisierung

Manche Supermärkte drücken ihren Kunden nicht personalisierte Rabattkarten in die Hand. Nach einer bestimmten Zahl an Einkäufen bekommen erhalten die Kunden dann einige ausgewählte Produkte billiger.

Die Frage ist dann nur, ob das auch Produkte sind, die er ohnehin kaufen wollte.

4. Klebepunkte-Sammeln

Viele Supermärkte bieten Kunden Klebepunkte zum Sammeln an. Damit können Kunden dann Prämien, in der Regel Markenprodukte, billiger kaufen.

Anders als bei Payback-Systemen müssen die Kunden ihre Daten nicht preisgeben, haben aber meist auch eine kleiner Prämie-Auswahl.

„Wiso“ weist darauf hin, dass Kunden oft nicht die Originalprodukte bekommen, die die Markenhersteller sonst anbieten. Was nicht unbedingt schlecht sein muss.

Ein Koffer von Bugatti, den ein Supermarkt im Rahmen der Rabattaktion anbot, etwa schnitt im Test sogar besser ab als der normal im Handel erhältliche Bugatti-Koffer.

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(ben)