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"Sie unterstützen Terroristen": Erdogan erhebt schwere Vorwürfe gegen den Westen

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ERDOGAN
"Sie unterstützen Terroristen": Erdogan erhebt schwere Vorwürfe gegen den Westen | KAYHAN OZER via Getty Images
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  • Erdogan wirft den westlichen Verbündeten der Türkei vor, Terroristen zu unterstützen
  • Er glaubt, der gescheiterte Putsch sei außerhalb der Türkei geplant worden

Der gescheiterte Militärputsch in der Türkei hat die Gräben zwischen Ankara und dem Westen vertieft.

Während sich Politiker aus EU und USA immer wieder kritisch über Erdogans scharfe Reaktion auf den Putschversuch äußern, poltert auch Erdogan gegen den Westen. Es stehen ungeheuerliche Vorwürfe im Raum.

Der Westen unterstütze den Terror und Staatsstreiche, sagte Erdogan nun in Ankara. Bereits zuvor hatte Erdogan mehrmals erklärt, der Putschversuch sei auch im Ausland geplant worden, diese Aussage aber nicht weiter präzisiert.

Türken glauben an eine Verschwörung der CIA

Was der türkische Präsident zumindest nur hinter halb vorgehaltener Hand suggeriert, posaunen türkische Medien umso lauter in die Welt. Die Erdogan-nahe Zeitung „Yeni Safak“ sieht etwa die CIA hinter dem Putschversuch.

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Auch die regierungstreue "Daily Sabah“ hält sich nicht mit Vorwürfen gegenüber den USA zurück. Bei Twitter fragten ihre Redakteure vor anderthalb Wochen suggestiv: "Welche US-Institution unterstützt die Gülenistische Terrorgruppe am stärksten?“

Auch hier die Antwort: Die CIA.

Erdogan attackiert auch Deutschland

Doch nicht nur die USA nahm Erdogan bei seinen jüngsten verbalen Ausfällen ins Visier. Deutschland warf der türkische Präsident am Dienstag erneut vor, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu unterstützen.

Während PKK-Anführer auf vergangenen Demonstrationen per Video zugeschaltet werden durften, sei ihm selbst bei der Kundgebung in Köln eine solche Live-Zuschaltung verweigert worden.

Die Türkei habe Deutschland zudem tausende Akten über mutmaßliche Terroristen übermittelt, Berlin habe darauf nicht reagiert.

Es ist davon auszugehen, dass es sich bei den mutmaßlichen Terroristen mehrheitlich um kurdische Aktivisten handelt.

Der türkische Präsident klagt mangelnde Hilfsbereitschaft an

Erdogan zeigte sich zudem erschüttert über die mangelnde Hilfsbereitschaft seiner westlichen Partner. "Wir konnten nach dem Coup nicht die Unterstützung von unseren Freunden bekommen, die wir brauchten", sagte der Präsident in Ankara.

So sei nach dem tödlichen Wochenende des Aufstandes am 15. Juli auch kein europäischer Politiker in die Türkei gereist, um seine Solidarität zu bekunden, wie es etwa bei den IS-Terroranschlägen in Brüssel und Paris geschehen war.

Für Erdogan klar: Ein Zeichen des Verrats.

Mit Material der dpa.

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