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So drückte sich Donald Trump vor dem Vietnam-Einsatz

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DONALD TRUMP
So drückte sich Donald Trump vor dem Vietnam-Einsatz | John Moore via Getty Images
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  • Nachdem Donald Trump einen gefallenen US-Soldaten öffentlich attackierte, rückt seine eigene Vergangenheit wieder in den Fokus
  • Trump hatte sich vom Einsatz im Vietnamkrieg freistellen lassen
  • Der Grund dafür ist dubios

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump gibt sich stets als glühender Patriot. Umso größer war die Aufregung, als Trump vergangenes Wochenende die Eltern eines verstorbenen muslimischen US-Soldaten öffentlich angriff.

Es war nicht das erste Mal, dass Trump sich respektlos gegenüber einem Kriegsveteranen äußerte. Bereits vor einem Jahr schmähte Trump John McCain, Senator von Arizona und Vietnam-Veteran. Dieser sei kein Kriegsheld, er habe sich schließlich gefangen nehmen lassen.

Besonders heikel: Sich selbst ließ Trump vom Kriegseinsatz freistellen. Statt nach Vietnam ging er auf die Uni, verbrachte seine Zeit Berichten zufolge mit rauschenden Partys.

Und mit Leistungssport: Squash, Tennis, Football und Golf soll Trump regelmäßig gespielt haben.

Fußverletzung hielt Trump nicht vom Sport ab

Das bringt ihn nun erneut in Erklärungsnot. Denn der Grund für seine Befreiung vom Kriegsdienst war eine Fußverletzung: Fersensporn.

Trump hatte lange behauptet, er habe auf der Liste der "Draft Lottery“ schlicht und einfach eine hohe Nummer gehabt. Die „Draft Lottery“ war eine Methode, mit der durch eine komplexe Metrik bestimmt wurde, in welcher Reihenfolge junge Männer für den Kriegseinsatz eingezogen werden.

Recherchen der „New York Times“ widerlegen diese Version der Geschichte. "Donald Trump wurde mehr als ein Jahr bevor die Draft Lottery im Dezember 1969 begann freigestellt. Lange bevor er die von ihm als ‚phänomenal’ beschriebene Nummer in der Liste zugewiesen bekam“, heißt es in einem Artikel der Zeitung vom Montag.

Trump: "Ich habe mein persönliches Vietnam erlebt"

War es also eine harmlose Verletzung, die Trump als Ausweg nutzte, nicht in Vietnam kämpfen zu müssen? Eine Verletzung, die ihn nicht vom Sport abhielt, wohl aber davon, seinem Land zu dienen? Für heimatliebende US-Amerikaner, Trumps Stammklientel, ein absolutes No-Go.

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Erst kürzlich sagte der Republikaner, der Fersensporn sei nur ein kleineres Leiden gewesen, das ihn nicht groß beeinflusst habe. Eine hochbrisante Aussage nach seiner Kritik an dem gefallenen muslimischen Soldaten.

Immerhin: Bereits im Jahre 1997 erklärte der Geschäftsmann in einem Interview, auch er habe ein persönliches Vietnam erlebt. Sex in den 80er-Jahren sei „gefährlich und beängstigend gewesen, wie Vietnam.“ Er fühle sich daher selbst wie ein großer und sehr tapferer Soldat.

Vaginen seien schließlich "potenzielle Landminen“ gewesen.

Da soll John McCain noch einmal mit seinem Vietkong-Gefängnis kommen...

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