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"Sturm der Liebe": Max Alberti ist vielbeschäftigt - mit Baby und Band

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Max Alberti in seiner Rolle als Adrian Lechner

Max Alberti (33) ist der Neuzugang in der beliebten Telenovela "Sturm der Liebe" (montags bis freitags um 15:10 Uhr im Ersten). Er spielt den smarten und erfolgreichen Adrian Lechner, die männliche Hauptrolle der zwölften Staffel. Doch die Schauspielerei ist nicht die einzige Leidenschaft des Münchners: Er ist Gründer und Mitglied der Band Jamaram. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht er über seine Rolle, seine Musik und die Schwierigkeit, beides zu vereinbaren. Und privat hat sich auch etwas getan...

Wie alles begann: Die ersten zehn Folgen von "Sturm der Liebe" finden Sie hier

Max, mit "Die Abschlussklasse" sind Sie 2003 bekannt geworden, jetzt spielen Sie bei "Sturm der Liebe" - zwei Formate mit ganz unterschiedlichem Publikum. Macht sich das für Sie bemerkbar?

Max Alberti: Der Hype um "Die Abschlussklasse" war echt extrem. Damals am Stachus riefen mir die Zwölfjährigen hinterher - "Hey Chris, komm mal her" - und jetzt saß ich kürzlich im Flieger und eine ältere Dame hat mich angesprochen. Sie hat mich um ein Autogramm gebeten. Ich dachte mir: "Ja ok, sie ist vielleicht 60, die Zielgruppe hat sich geändert" und in diesem Moment meinte sie zu mir, das Autogramm sei gar nicht für sie, sondern für ihre Mutter. Und die war schon weit über 80...

Ihre aktuelle Rolle ist sehr ehrgeizig und erfolgsorientiert. Trifft das privat auch auf Sie zu?

Alberti: Ich bin privat nicht so fixiert auf das Thema Karriere wie Adrian. Er ist eindeutig zielstrebiger als ich. Ich möchte natürlich auch Karriere machen, aber manchmal fehlt mir dazu der Biss. Ich lasse alles mehr auf mich zukommen. Ich habe beispielsweise seit fünf Jahren mein Demo-Band noch nicht geschnitten, das ich eigentlich dringend für die Schauspielerei bräuchte. Trotzdem spiele ich jetzt wieder in einer Serie. Das ist das Paradoxe bei mir: Ich gehe es eigentlich echt locker an, aber es funktioniert trotzdem immer irgendwie.

Das klingt doch nicht schlecht...

Alberti: Aber ich frage mich natürlich auch manchmal, was gewesen wäre, wenn ich vor fünf Jahren ein gutes Demo-Band gemacht hätte. Würde ich dann jetzt vielleicht gerade einen Kinofilm drehen?

Was für ein Film wäre das?

Alberti: Ich finde poetische Filme toll. Ich mag Filme wie "Science of Sleep - Anleitung zum Träumen" oder "Die fabelhafte Welt der Amelie". Das ist jetzt vielleicht ein bisschen mädchenhaft, aber ich mag es einfach, wenn ein Film Poesie mit sich bringt und es dadurch tiefgründiger wird.

Sie sind aber nicht nur Schauspieler, sondern auch Musiker. Wie kriegen Sie beides unter einen Hut?

Alberti: Ich weiß nicht, wie ich es bisher geschafft habe. Normalerweise habe ich fünf Tage die Woche gedreht und war an den Wochenenden mit Jamaram unterwegs. Das ging ganz gut, aber jetzt habe ich mir das erste Mal tatsächlich jemanden gesucht, der mich bei der Hälfte unserer Konzerte vertritt, bis ich beim "Sturm" abgedreht habe. Das ist eine krasse Ausnahme, denn würde das jeder von uns machen, würde es die Band nicht mehr lange geben. Es ist wirklich eine sehr große Ausnahme, dass ich für "Sturm der Liebe" auf 50 Prozent meiner geliebten Live-Shows verzichte - aber ich tue es sehr gerne!

Und ein bisschen Privatleben wäre ja zwischendrin auch ganz schön...

Alberti: Das ist das nächste. Aktuell bin ich in einer Beziehung und habe mittlerweile sogar ein Baby. Das ist eine ganz andere Nummer. Wenn ich nach Hause komme, sollte ich eigentlich Text lernen. Dann will aber natürlich die Familie auch noch etwas von mir haben. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich abends um elf vor dem Text einschlafe.

Wann sieht man Sie denn mal wieder auf der Bühne?

Alberti: "Sturm der Liebe" hat jetzt bald zwei Wochen Sommerpause - davon spiele ich dann eine Woche lang mit meiner Band auf Festivals. Die andere Woche werden wir ins Studio gehen. Wir sind gerade schon dabei, neue Songs aufzunehmen und im März 2017 wird die neue Jamaram-CD dann erscheinen.

Sie opfern also jede freie Minute für die Musik...

Alberti: Meine Band ist ja auch mein Baby. Da mache ich die Musik selber, schreibe die Texte und plane die Shows. Da bin ich nicht nur ein kleines Rädchen im Getriebe, sondern führe gemeinsam mit den anderen Bandmitgliedern Regie und wir können selbst bestimmen, wie wir unsere Shows gestalten.

Haben Sie je mit dem Gedanken gespielt, neben der Band ein Solo-Projekt zu starten?

Alberti: Ich würde gerne etwas Eigenes machen. Ich spiele sehr gerne bei Jamaram, aber über die Jahre hinweg hat sich jeder von uns weiterentwickelt und ist spezieller geworden. Die Band ist sozusagen unser gemeinsamer Nenner. Ich habe ein Soundbild im Kopf, das ich mit der Band so nicht ausleben kann. Das würde dann auch inhaltlich in eine andere Richtung gehen. Aber ich traue mich noch nicht so richtig zu singen.

Was schwebt Ihnen da genau vor?

Alberti: Jamaram lässt es immer ordentlich krachen auf der Bühne. Ich bin aber abseits der Shows auch gerne mal der stille Typ. Bei Jamaram bleibt wenig Luft für genau die Poesie, die ich an Filmen so gern mag. Die kleinen Momente, die zwischen den Zeilen liegen. Ich würde gerne tiefgründige, aber trotz allem tanzbare Musik machen, die einen positiv stimmt. Songs für Kontrabass, akustische Gitarre und Akkordeon und dazu auf Deutsch zu singen - das schwebt mir vor.