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Migranten in CDU warnen: "Die Union wird von türkischen Nationalisten infiltriert"

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TAUBER MERKEL
German Chancellor and Christian Democratic Union (CDU) leader Angela Merkel (R) and Peter Tauber, secretary general of the party, inspect the location for the CDU's party congress in Karlsruhe, southwestern Germany, on December 13, 2015. German Chancellor Angela Merkel will seek at her party's congress to stamp out dissent in her conservative Christian Democratic Union over a record refugee influx after months of corrosive infighting. AFP PHOTO / THOMAS KIENZLE / AFP / THOMAS KIENZLE (Ph | THOMAS KIENZLE via Getty Images
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  • Ein Bericht des CDU-Netzwerks "Union der Vielfalt" warnt vor dem Einfluss der türkischen AKP auf die Union
  • Die Union werde von "türkischen Nationalisten und Erdogan-Lobbyisten infiltriert" sagte ein Mitverfasser der "Bild am Sonntag"
  • CDU-Innenpolitiker Wolf­gang Bos­bach rät seiner Partei, die Warnung ernst zu nehmen

Mitglieder des CDU-Netz­werks "Union der Viel­falt" war­nen vor der Ein­fluss­nah­me der tür­ki­schen Re­gie­rungs­par­tei AKP auf die Union.

In einem 131 Sei­ten star­ken Be­richt, den sie an 60 Ab­ge­ord­ne­te ver­schickt haben, dar­un­ter Par­tei­che­fin An­ge­la Mer­kel, Frak­ti­ons­chef Volker Kau­der und In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Maizière, haben die Ver­fas­ser den Ein­fluss tür­kisch-is­la­mi­scher Lob­by-Or­ga­ni­sa­tio­nen un­ter­sucht.

Mit­ver­fas­ser Salim Cak­mak sagte der "Bild am Sonntag": "Die Union wird von tür­ki­schen Na­tio­na­lis­ten und Er­dogan-Lob­by­is­ten in­fil­triert.“

"Ich kann nur dazu raten, die Hinweise ernst zu nehmen"

Laut Informationen der Zeitung wird in dem Bericht unter anderem der CDU-Ratsherr Ilhan Bükrücü genannt, der 2015 den Wahlkampf der AKP in Deutschland unterstützte.

Der CDU-In­nen­po­li­ti­ker und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Wolf­gang Bos­bach emp­fahl sei­ner Par­tei, den Be­richt nicht auf die leich­te Schul­ter zu neh­men.

"Wenn die Par­tei von be­sorg­ten Mit­glie­dern, oft sel­ber mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund, ent­spre­chen­de Hin­wei­se ent­hält, kann ich nur dazu raten, diese ernst zu neh­men und zu prü­fen", sagte Bos­bach zu BamS.

"Nichts spricht gegen Offenheit"

"Es ist das er­klär­te Ziel von Ge­ne­ral­se­kre­tär Tau­ber, die CDU jün­ger, weib­li­cher und bun­ter zu ma­chen. Nichts spricht gegen Of­fen­heit und Plu­ra­li­tät, aber wir müs­sen genau auf­pas­sen, wen wir in die Par­tei auf­neh­men." Wer ex­tre­me po­li­ti­sche An­sich­ten ver­tre­te, könne nicht Mit­glied wer­den oder blei­ben.

Die CDU wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern, CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Peter Tau­ber be­ton­te allerdings die Of­fen­heit der CDU für alle Men­schen: "Unter dem C in un­se­rem Par­tei­na­men kön­nen sich nicht nur Chris­ten, son­dern auch Men­schen, die an­de­ren Re­li­gio­nen an­ge­hö­ren, zu­sam­men­fin­den. Was nicht geht: Unter dem Dach der CDU Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten in­ner­halb von Re­li­gio­nen aus­zu­tra­gen."

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(jkl)