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Keine Auslieferung von Gülen-Anhängern

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ERDOGAN
Keine Auslieferung von Erdogan-Anhängern | Umit Bektas / Reuters
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  • Vor der Pro-Erdogan-Demonstration rufen deutsche Politiker die Türkei zur Mäßigung auf
  • In Köln werden am Sonntag bis zu 30.000 Erdogan-Anhänger erwartet
  • Die Union bekräftigte, dass es keine Auslieferungen von Gülen-Anhängern geben wird

Vor den Demonstrationen von Anhängern und Gegnern des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln haben führende deutsche Politiker die Teilnehmer zur Mäßigung aufgerufen.

"Innenpolitische Spannungen aus der Türkei zu uns nach Deutschland zu tragen und Menschen mit anderen politischen Überzeugungen einzuschüchtern, von welcher Seite auch immer, das geht nicht", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier der "Süddeutschen Zeitung". In Deutschland gebe es dafür keinen Platz.

Kritischer Blick auf das "Treiben" in der Türkei

Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei wollen an diesem Sonntag in Köln bis zur 30.000 Erdogan-Anhänger demonstrieren. Es sind vier Gegenkundgebungen angemeldet.

Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte der "Passauer Neuen Presse": "Wir erwarten, dass sich die Teilnehmer in Köln an Recht und Gesetz halten.

"Insgesamt werde man in den nächsten Wochen noch kritischer auf das "Treiben" der türkischen Regierungspartei AKP in Deutschland schauen müssen. "Die Vorgänge in der Türkei dürfen in der türkischen Gemeinschaft hierzulande keine Fortsetzung finden", forderte Kauder.

"Hexenjagd" auf Oppositionelle

Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer wies zudem Forderungen der türkischen Regierung nach Unterstützung bei der Verfolgung der Gülen-Bewegung in Deutschland zurück:

"Deutschland ist nicht der Erfüllungsgehilfe des türkischen Präsidenten Erdogan", zitiert ihn die "Passauer Neuen Presse". Die Regierung in Ankara macht die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fetullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich.

In der Huffington Post sprach Türkei-Experte Günter Meyer von einer "Hexenjagd auf türkische Oppositionelle in Deutschland. "Die jüngsten Forderungen Erdogans an Deutschland passen genau in seine bisherige Strategie, um die Gülen-Bewegung auszuschalten", sagte der Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt der Universität Mainz.

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