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Diese Frau zeigt, wie dumm es ist, Vergewaltigungsopfern die Schuld zu geben

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ALICE BRINE
Die neuseeländische Komikerin Alice Brine macht deutlich, dass Opfer keine Schuld trifft. | Screenshot
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Nein. Ein kleines Wort, dessen Bedeutung jedem klar sein müsste. Oder? Leider nicht. Oft genug müssen sich Missbrauchsopfer anhören, sie seien selbst an der Tragödie schuld, die sie erleben mussten.

Eine Komikerin aus Neuseeland will mit diesen unhaltbaren Vorwürfen endgültig aufräumen. Und sie verfasste einen Facebook-Post, um zu zeigen, mit welchen Mitteln Vergewaltigungsfälle immer wieder marginalisiert werden.

Hierzu bediente sie sich einer einfachen, aber schiefen Analogie:

"Er hat quasi darum gebeten"

"Ich werde jetzt mit wildfremden, betrunkenen Männern nach Hause gehen und all ihre Sachen klauen. Alles, was sie besitzen. Es wird ohnehin nicht meine Schuld sein... denn sie waren betrunken. Sie hätten es besser wissen müssen.

In 90 Prozent der Fälle werde ich damit durchkommen. Aber wenn ich dann doch mal vor Gericht landen werde, werde ich so argumentieren: Ich war mir nicht sicher, ob er es ernst meinte, als er sagte: "Nein, klau mir nicht meinen Audi." Ich war mir einfach nicht sicher, ob er es auch so meinte.

Ich frage ihn: "Kann ich bitte deine Gucci-Uhr klauen?" Er antwortete "Nein." Aber mir war einfach nicht klar, dass er es ernst meint. Er war betrunken. Also hat er sich das selbst eingebrockt.

Ihr hättet sehen sollen, wie er in dem Club gekleidet war - mit teurem Shirt und teurer Hose. Was für eine Botschaft vermittelt er mit so einem Outfit? Ich habe eben gedacht, dass er mich damit auffordern wollte, ihn zu bestehlen.

Er hat quasi darum gebeten. Ich wusste einfach nicht, wie sein "Nein" gemeint war, als ich ihn bestahl. "Nein" ist nicht objektiv genug - es könnte alles bedeuten."

"Jetzt kann ihn jeder mit sich rumtragen"

Der Facebook-Post wurde über 64.000 Mal geteilt. Dem Online-Portal "Buzzfeed Australia" sagte Brine: "Menschen auf der ganzen Welt haben mir geschrieben, wie sehr sie mein Beitrag unterstützt. Jetzt können sie sich einfach einen Screenshot ausdrucken und ihn überall hin mitnehmen, um anderen ihre Meinung zu verdeutlichen."

Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung gehen vom Täter aus - nicht vom Opfer.

Denn das ist das Traurigste an der ganzen Thematik: Obwohl der Vergleich Diebstahl und Vergewaltigung stark hinkt, scheint ihre Argumentation wohl doch für viele Menschen einleuchtend zu sein - denn offensichtlich gilt Diebstahl als eindeutigeres Verbrechen. Es ist also noch viel zu tun.

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(lm)