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"Dann kommt es zu einem Gemetzel": Die Lage in Aleppo spitzt sich dramatisch zu

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ALEPPO
Die Lage in Aleppo wird immer dramatischer | dpa
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  • Die Syrische Armee steht kurz vor der Einnahme Aleppos
  • Für die eingeschlossene Zivilbevölkerung spitzt sich die Lage zu
  • "Wenn die Rebellen nicht aufgeben, dann wird es zu einem Gemetzel kommen", warnt der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Syrien

Die Schlacht um Aleppo, sie könnte in den nächsten Tagen zu Ende gehen: Die syrische Armee steht kurz davor, die umkämpfte und in großen Teilen zerstörte Metropole endgültig einzunehmen. Vor gut zwei Wochen hatten die Regierungstruppen und ihre Verbündeten die letzte Versorgungsroute in die Rebellenviertel der Stadt gekappt.

Internationale Hilfsorganisationen warnen unterdessen vor einer humanitären Katastrophe. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) sind zwischen 250.000 und 300.000 Menschen in Aleppo eingeschlossen. Nahrungsmittel und Medikamente werden knapp.

Können Familien über Fluchtwege entkommen?

"Viele Familien essen nur eine Mahlzeit am Tag oder sogar nur alle zwei Tage", zitiert die "Welt" Rani Rahmo, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Syrien.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass am Samstag Dutzende Familien die abgeriegelten Rebellenviertel im Osten der Metropole über die eingerichteten Fluchtkorridore verlassen hätten. "Ich hoffe, dass bald schon Tausende Familien über den Korridor die umzingelte Zone verlassen, um sich vor den Kämpfen in Sicherheit zu bringen", erklärt Rahmo.

Die Rebellen geben nicht auf

Die Rebellen in der Stadt wollen ihre Waffen noch immer nicht niederlegen. Gleichzeitig gibt es Berichte, die Assad-Gegner hätten in Aleppo Straßensperren errichtet und flüchtende Menschen zurückgewiesen. Als Begründung hätten sie angegeben, dass die humanitären Korridore nicht sicher seien.

Die UN hatte Syrien und Russland aufgefordert, ihr die Fluchtrouten zu unterstellen, damit Sicherheit gewährleistet sei. Die syrische Opposition hält der Regierung in Damaskaus vor, sie wolle sich mit Hilfe der Korridore militärische Vorteile beim Kampf um Aleppo verschaffen.

Sorge vor Massakern wächst

Die Kämpfe gehen gehen mit unverminderter Härte weiter. Die Truppen von Machthaber Assad und die mit ihm verbündete Armee setzten am Freitag ihre Luftangriffe auf die belagerten Rebellenviertel in Aleppo fort.

Rani Rahmo hofft dennoch, dass die Kämpfe bald ein Ende finden: "Wenn die Rebellen nicht aufgeben, dann wird es zu einem Gemetzel kommen. Dann kann man nur hoffen, dass wenigstens alle Zivilisten den Ostteil der Stadt verlassen haben, damit sie nicht zu Opfern der dann zu erwartenden Bombardements werden."

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(tos)