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Nach Attacke auf einen Chirurgen: Verdächtiger ist wieder frei

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POLIZEI
Die Polizei ermittelt (Symbolfoto) | Getty
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  • Nach dem Angriff auf einen Chirurgen in Troisdorf sind die Tatverdächtigen wieder frei
  • Der Vater eines Patienten soll den Arzt mit einem Messer bedroht haben
  • Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei die gesuchte Tatwaffe nicht

Am Montag sollen drei Männer einen Chirurgen in dessen Praxis in Troisdorf bei Bonn massiv bedroht haben. Der Vater eines Patienten habe "Allahu Akbar" gerufen, "dann wollte er mich enthaupten!“ So jedenfalls erzählte es der Chirurg Attila Tan dem Nachrichtenportal "Focus Online".

Wie nun der "Express" berichtet, ist der Vater wieder frei. Staatsanwalt Sebastian Buß sagte der Kölner Zeitung: "Eine Wohnungsdurchsuchung nach der Tatwaffe verlief negativ."

Offenbar ist auch nicht klar, was sich in der Praxis wirklich zugetragen hat.

Mutmaßlicher Täter ist Vater des Patienten

Zur Vorgeschichte, wie der 54-jährige Arzt sie erzählt: Am Montag sei ein 19-Jähriger mit seiner Behandlung nicht einverstanden gewesen und habe die Praxis zusammen mit seiner Freundin verlassen. Später sei er mit seinem Vater und seinem 15-jährigen Bruder zurückgekehrt.

Der Vater und Bruder, sagt Tan, hätten zuerst seine Ehefrau am Empfang eingeschüchtert, ehe er selbst aus dem OP kam. Dann habe der Vater versucht, "mich mit einem 30 Zentimeter langen Rambomesser zu enthaupten", berichtete Tan.

Der Arzt sagte aber laut "Rhein-Sieg-Anzeiger" später bei der Vernehmung, das Messer habe die ganze Zeit in einer Messertasche gesteckt.

Die Polizei Rhein-Sieg-Kreis bestätigte, dass der Arzt vom 45-jährigen Vater mit einem Messer bedroht wurde. Der Chirurg wurde nach Angaben der Polizei von den Söhnen des mutmaßlichen Haupttäters umstellt und festgehalten, zu einer versuchten Enthauptung gibt es aber seitens der Polizei keine Informationen.

Staatsanwalt: Keine Tatwaffe gefunden

Die Verdächtigen flüchteten, als die Polizei eintraf, stellten sich allerdings später in Begleitung ihres Anwalts der Polizei.

Staatsanwalt Buß sagte dem "Express", die Polizei ermittle auch nach der erfolglosen Wohnungsdurchsuchung weiter gegen den Vater, seine Söhne die Freundin. Wegen des Verdachts der Bedrohung und der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung.

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(sk)